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100. Geburtstag von Domprediger P. Fesenmayer OFMCap von Dr. Roland Feucht (Pfarrbrief der Dompfarrei)

Vor 100 Jahren geboren und vor 20 Jahren verstorben ist er so manchem Passauer noch gut in Erinnerung: der Domprediger P. Gebhard Fesenmayer, Ordensmitglied der Kapuziner. Am 28. April 1915 in Augsburg geboren, trat er 1935 in den Orden ein und wurde 1939 in Eichstätt zum Priester geweiht.

Von 1954 bis 1964 erfüllte er den Dienst des Dompredigers im Dom und war zugleich Dozent für Homiletik, also zuständig für die Ausbildung der Priesteramtskandidaten in der Kunst des Predigens und der Theologie der Predigt. Zugleich versah er das Amt des Vikars bzw. Guardians im Kapuzinerkloster Mariahilf, bevor er von 1964 bis 1967 als Provinzial der bayerischen Kapuzinerprovinz in Altötting bzw. dann in München wirkte. Anschließend leitete er wieder mehrere Jahre das Kloster in Mariahilf.

P. Fesenmayers Predigten, sein Tonfall, sein Stil und seine theologischen Engführungen fas-zinierten viele Passauer und zahlreiche andere Besucher des Domes. Dabei stand er in der Reihe namhafter Domprediger, die über Jahrhunderte in der Bischofskirche ihren Dienst taten, hier meist nicht selbst Zelebrant des Gottesdienstes waren, sondern erst zur Predigt auf die Kanzel traten. Einige namhafte Prediger gingen dabei in die Diözesangeschichte ein wie z.B. Paulus Wann, der ab 1460 hier seinen Dienst versah. Ab dem Jahre 1587 übernahmen die Franziskaner den Dienst auf der Domkanzel. Ihre Präsenz ist bis ins 18. Jahrhundert nachweisbar. Unterstützt wurden sie ab 1611 zeitweise durch die Jesuiten. Diese wiederum wurden 1672 durch die Kapuziner abgelöst. Deren Predigtauftrag wurde in den Jahren 1683 und 1786 erneuert. Nach der Säkularisation gab es im 19. Jahrhundert lange Jahre keinen hauptamtlichen Domprediger mehr. Im Jahre 1926 wurde mit P. Dionys Habersbrunner wieder ein Kapuziner Domprediger. Seit diesem Jahr hatten die Passauer Kapuziner diese Stelle bis 1989 inne. 2002 verließen die Kapuzinermönche das Kloster Mariahilf. Eine prägende Gestalt war auch der Nachfolger von P. Fesenmayer, Pater Michael Tupec, der von 1964 bis 1989 Domprediger in Passau war. Dass P. Fesenmayer dieser wichtige Dienst eine große Herzensangelegenheit war, zeigen auch mehrere Publikationen von ihm, in denen er sich zur Art und Weise bzw. zu Inhalten der Predigten grundsätzlich äußerste: „Modern predigen – aber wie?” (1956), „Deine Zwiesprache mit Gott” (1958), „Die Botschaft vom Christusheil. Eine Führung in die Evangelien der Sonn- und Festtage zu Predigt und Betrachtung” (1959), „Bibelpredigt im Aufbruch. Versuche zur Erneuerung der biblischen Verkündigung” (1963). Zudem war P. Fesenmayer mehrere Jahre Herausgeber der „Internationalen Kapuzinerinformationen”. Auch im ARD war er als Sprecher des „Wort zum Sonntag” zu sehen und hören.

Am 19. Mai 1995 starb P. Fesenmayer in München. Begraben ist er im kleinen Friedhof im Innenhof der Wallfahrtskirche Mariahilf.