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Fatimatag

Den dritten Fatimatag des Jahres – am Donnerstag, dem 13. Juli – feierten die Marienverehrer in der Wallfahrtskirche Mariahilf mit Rosenkranz, Festgottesdienst, Lichterprozession und Andacht. Als Festprediger konnte der Pfarrer von Untergriesbach, Erwin Blechinger gewonnen werden.

Schon vor der Hl. Messe trafen sich viele zum Rosenkranz, den Pater Paul vorbetete.

Zu Beginn der Hl. Messe begrüßte „Hausherr“ Pater Paul die Kirchenbesucher und besonders die Zelebranten: den Hauptzelebranten und Festprediger Pfarrer Erwin Blechinger aus Untergriesbach und als Mitzelebranten den Generalvikar der Diözese, Prälat Dr. Klaus Metzl und den ehemaligen Pfarrer von Kervenheim, Dr. Emil Valasek.

Pfarrer Erwin Blechinger bedankte sich für die Einladung. Er stellte fest, dass – so schön der Ort Mariahilf auch sei – es jedem Gläubigen in erster Linie auf die Begegnung mit Gott und Maria ankäme.

Dem Festgottesdienst schloss sich eine Andacht im Wallfahrtshof mit Lichterprozession über den Wallfahrtsweg an. Pater Paul und Pfarrer Erwin Blechinger leiteten Andacht und Lichterprozession. Mit dem Eucharistischen Segen, den Pater Paul erteilte, endeten die Feierlichkeiten.

 

Musikalisch begleitete Frau Erner mit Unterstützung einiger Mitglieder des Mariahilfer Chores die Feierlichkeiten vor allem mit vielen Marienliedern.

 


 

Predigt am Donnerstag, dem 3. Fatimatag während des Festgottesdienstes um 19.00 Uhr:

 

Verehrte, liebe Schwestern und Brüder im Herrn,


lassen Sie mich meine Gedanken mit einer kurzen, rührenden und wohl auch wahren Begebenheit beginnen, die sich 1926 in Lourdes zugetragen hat und – wie wir vermuten – einige Zeit später im Altöttinger Liebfrauenboten abgedruckt wurde. Jedenfalls brachte mir neulich unsere Lektorin bei der wöchentlichen Hausfrauenmesse am Mittwochvormittag einen kleinen vergilbten Zeitungsartikel, den sie kurz zuvor in einem alten Kochbuch ihrer verstorbenen Mutter wiedergefunden hat. Er trug die Überschrift: „Ich werde es deiner Mutter sagen“. Es geht um die Geschichte eines jungen Mannes, der sich damals, 1926, unter den vielen kranken Pilgern befand. Weil man seinen Tod schon jede Stunde erwartete, spendete man ihm – bevor man ihn zur Grotte trug – die Sterbesakramente. Als die Sakramentsprozession bei ihm angelangt war, hielt der Kardinal, der das Allerheiligste trug, die Monstranz über sein Haupt, während der arme Sterbende leise flehte: „O Jesus, Sohn Mariens, heile mich!“. Aber Jesus ging vorüber, scheinbar ohne seine Bitte gehört zu haben. Da erhob sich der junge Mann mühsam und rief mit dem ganzen Aufgebot seiner letzten Kraft: „O Jesus, Sohn Mariens, du hast mich nicht geheilt…! Ich werde es deiner Mutter sagen!“ Darauf sank er in seine Kissen zurück. Ergriffen von diesem kindlichen Vertrauen, wandte sich der Kardinal um und segnete den Sterbenden nochmals mit jenem Segen, der ja bekanntlich schon so viele Wunder gewirkt hatte. Und siehe da, war zu lesen: „Es ging eine Kraft vom Sohne aus“. Geheilt stand der junge Mann auf und rief: „O Jesus, Sohn Mariens, du hast mich geheilt. Ich werde es deiner Mutter sagen, damit sie mir helfe, dir zu danken!“.

Liebe Gemeinde, bei Gott ist nichts unmöglich. Ja, es geschehen Wunder und Zeichen – auch heute noch. Zeichen seiner Huld und Treue. Mag sein, dass nicht wenige über solche Berichte oder Geschichten ungläubig schmunzeln, selbst wenn auch ungläubige Ärzte nicht das Wunder,   so doch die unerklärlichen Spontanheilungen bestätigen.

Ist es mit Berichten und Geschichten von Marienerscheinungen und ihrer Botschaft nicht genauso? Dass der Glaube auch auf Unglauben stößt? Auch was die Erscheinungen in und die Botschaft von Fatima anbelangt? Fragen wir uns einfach: Was halte ich, wie stehe ich zu den Ereignissen in Medjugorje? Und was finden wir: Glaube, Skepsis, Unglaube, …?

Vom Zweifel übermannt, eingeschüchtert von Eltern, vom Pfarrer und vielen anderen, das Ganze sei Teufelswerk, Hirngespinst, wollte Lucia im Juli 1917 der wiederholten Bitte „Kommt abermals am 13. des nächsten Monats“ nicht nachkommen und dem Erscheinungsort fernbleiben.

Es heißt, von einer unwiderstehlichen Macht gefasst, gingen die 3 dann doch:Lucia fragt, was die Erscheinung von ihr will und bittet sie, preiszugeben, wer sie sei und ein Wunder zu wirken, damit sie, die Kinder, und alle anderen an die Erscheinung glauben können. Eine Bitte wird Lucia erfüllt: Auf ihre Frage „Was wollt Ihr von mir!“ erhält sie erneut die Antwort: „Kommt abermals am 13. des nächsten Monats! Betet täglich den Rosenkranz zu Ehren der Madonna, um den Frieden in der Welt.“. Ihre von anderen mitgegebenen Bitten aber, einen Krüppel zu heilen, einen lebens- und leidensmüden Kranken sterben zu lassen, eine bestimmte Familie zu bekehren, gewisse Trinker von ihrer Sucht zu befreien und noch so manch andere vorgetragenen Anliegen weißt die Erscheinung alle zurück: „Ich werde den Krüppel nicht heilen und ihn auch nicht von seiner Armut befreien; er soll lieber täglich mit der ganzen Familie den Rosenkranz beten“. Dem Sterbenswilligen soll sie ausrichten: „Er soll das nicht zu eilig nehmen, ich weiß besser, wann es für ihn gut ist, ihn zu holen.“ Und allen anderen verspricht sie: „Im nächsten Jahre werden sie die erbetenen Gnaden erhalten!“ Aber zuvor müssen sie eifrig den Rosenkranz beten.“

Liebe Schwestern und Brüder,

wir sind – Sie merken es – mitten drin in der Botschaft von Fatima, im Geschehen des 13. Juli. Wie Lucia damals sind auch wir heute womöglich Bittsteller für andere. Wir tragen Maria nicht nur unsere eigenen Nöte vor, sondern auch die Wünsche manch anderer, tragen vor unsere Bitten um Heilungen und Bekehrungen.

Wir hören aber auch, dass es all das nicht umsonst gibt. Der Schlüssel zum Glück, nein, zum Heil, bleibt das Gebet! Nicht nur, dass andere für einen beten, sondern wer eine Gunst und Gnade erbittet, muss auch selber beten. Fürbittgebet anderer und persönliches Gebet – dann werden Wünsche wahr: Nicht immer, und nicht immer so, wie wir es uns erwarten: Denn auch der Krüppel wurde nicht geheilt, aber er und seine Mutter führten ein gottergebenes Leben als Mesner, als Sakristan im Heiligtum Mariens. Gottergeben lernte er, sein Leiden zu tragen.
Und auch die anderen, für die Lucia bat, haben wohl empfangen, wenn auch erst ein Jahr später, hat es die Gottesmutter doch so versprochen.

Im Gebet Zur Mutter von der immerwährenden Hilfe heißt es darum nicht umsonst: O Mutter, so komm, hilf beten mir! Gerade die Botschaft von Fatima zeigt uns Maria als Mutter des Gebetes! Herr, lehre uns beten! So baten die Jünger einst den Herrn. Im Beten mit Maria im Abendmahlssaal wuchs vor Pfingsten in den Herzen der Apostel und Jünger der Glaube.
Wie schön, wie heilvoll wäre es, wenn die Kinder unserer Zeit auch noch den Wunsch äußern würden: Mutter, lehre und hilf mir zu beten! Wenn betende Mütter durch ihr Vorbild im Beten diesen Wunsch in ihren Kindern wecken würden. Liegt doch, wie uns die Ereignisse auch in Fatima zeigen, reicher Segen auf denen, die beten.

Liebe Schwestern und Brüder, über den 13. Juli des Jahres 1917 könnte man so viel predigen, nicht allgemein über die Rolle Mariens im Heilsplan Gottes, sondern über ganz konkrete Themen der Glaubenslehre und Glaubenspraxis: Am 13. Juli schauten die Seherkinder bekanntlich die Hölle. An ihm wurden ihnen die 3 Geheimnisse anvertraut. Auch die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens mit ihren positiven und negativen Konsequenzen bei Ausführung oder Unterlassung rückt an diesem Tag in den Mittelpunkt der Botschaft von Fatima. Vom Opferbringen zur Bekehrung der Sünder hören wir.

Aber bleiben wir nur bei dem Gedanken: Unsere Liebe Frau von Fatima – Mutter und Lehrerin des Gebetes: Denn seit jenem 13. Juli wurde auf Wunsch Mariens unserem Rosenkranz die Bitte hinzugefügt:


                         „O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden,
bewahre uns vor dem Feuer der Hölle,
führe alle Seelen in den Himmel,
besonders jene,
die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.“

Persönlich bete ich dieses Gebet nicht bei jedem Rosenkranz, sondern wirklich nur beim Fatima-Rosenkranz. Auch weil ich weiß, dass sich nicht wenige schwer tun mit seinem Inhalt, gerade in unserer Zeit! Schon vor 40 Jahren, 1978, hat Kanonikus Josef Schafer aus Fribourg, aus dem schweizerischen Freiburg im Üchtland, der Verfasser und Herausgeber des vielen bekannten Büchleins „Fatima – Ist alles zu spät?“ dazu auf S. 71 geschrieben: Zitat: „Dieses

Gebet ist sozusagen ein steter feierlicher Einspruch
gegen jene, die überhaupt keine Sünde mehr anerkennen und so blind in alle Sümpfe der   

Verderbnis fallen;
gegen jene, welche den Teufel und natürlich auch die Hölle leugnen und so geradezu die  

Menschen hineinstoßen;
gegen jene, welche keinen Himmel sehen wollen und so die Menschen zu Materialisten  

machen, die nur das Diesseits anerkennen und die irdischen Genüsse suchen und so den  

Himmel tatsächlich verlieren und damit alles verlieren: „Den Himmel verloren, alles

verloren“, sagt ein Sprichwort;
gegen jene, die so viel geistiges und materielles Elend um sich gar nicht beachten und so  

schuldig werden an zeitlicher und ewiger Verderbnis der Seelen.“

Liebe Schwestern und Brüder,
nichts liegt einer Mutter ja mehr am Herzen als das Glück, das Leben und die Zukunft ihrer Kinder. Darum erinnert uns Maria, die Mutter Gottes, die Mutter der Kirche und unsere Mutter, gerade in Fatima als ,mater et magistra‘, als ,Mutter und Lehrerin‘ an die Notwendigkeit und Macht des Gebetes, insbesondere des Rosenkranzgebetes, aber auch an das, was unsere Welt und der Mensch immer schon gerne vergisst oder verdrängt: Die Existenz von Elend, Sünde, Hölle, aber auch die Möglichkeit zur Rettung aus alledem kraft des Gebetes, das ja „Frucht einer tiefen Verbindung zu Gott“
ist. Maria verweist uns auf den Himmel, den Gott für uns mit dem Leben, Leiden und Auferstehen seines Sohnes geöffnet hat.

 

                        Was der Vater den Weisen und Gelehrten verborgen hat,
das hat er den Kleinen offenbart – auch damals, vor 100 Jahren – in Fatima.

Nehmen wir die mütterliche Sorge Mariens um uns – in der Botschaft von Fatima – dankbar an: Lernen wir von ihr, Betende zu sein, allein oder in Gemeinschaft. Und werden wir wie Maria zu geistlichen Müttern und Lehrern, die anderen beten helfen -  denn darin liegt Segen und Heil.

Und sollten wir in großer Not in Versuchung geraten, zu glauben, das ganze Beten hilft nicht, dann probieren wir einfach „den Trick“ mit der Drohung des jungen Mannes in Lourdes:
„O Jesus, Sohn Mariens, du hast mir nicht geholfen…! Ich werde es deiner Mutter sagen!“ Und sollte er funktioniert haben, dann sagen wir aber auch: „O Jesus, Sohn Mariens, du hast mir  geholfen. Ich werde es deiner Mutter sagen, damit sie mir helfe, dir zu danken!“

AMEN