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Fatimatag

Am Freitag, 13. Oktober, dem letzten Fatimatag des Jahres, beteten die Gläubigen der Kirchengemeinde Mariahilf den Rosenkranz und feierten anschließend um 19.00 Uhr einen Festgottesdienst mit Lichterprozession. Als Festprediger und Hauptzelebrant konnte Pfarrer Bruno Pöppel gewonnen werden.

Nach dem Rosenkranz, den Pater Sebastian vorbetete, begrüßte dieser zu Beginn der Hl. Messe – in Vertretung von Wallfahrtsrektor Pater Paul – alle Gläubigen, den Konzelebranten Pfarrer Dr. Emil Valasek und vor allem den Hauptzelebranten und Festprediger Pfarrer Bruno Pöppel, den Stadtpfarrer im Pfarrverband Waldkirchen. Kurz sprach er einige Worte, um die Bedeutung Mariens hervorzuheben. Pfarrer Bruno Pöppel bedankte sich für die Begrüßung und führte in sein gewähltes Thema dieses Fatimatages ein, das Rosenkranzgebet, dem er auch seine Predigt widmete.

Dem Festgottesdienst, in dem beliebte Marienlieder gesungen wurden, schloss sich die Lichterprozession über den Wallfahrtsweg an, den wiederum Pater Sebastian leitete. Am Freialtar im Wallfahrtshof beteten und sangen die Gläubigen vor dem Allerheiligsten. Zum Schluss erteilte Pater Sebastian mit der Monstranz den Eucharistischen Segen.

Predigt von Pfarrer Bruno Pöppel:

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir befinden uns im Oktober und das ist der Rosenkranzmonat. Daher heute ein paar Worte über den Rosenkranz: Heuer ist auch in Fatima ein Jubiläum. Vor 100 Jahren – 1917 – ist die Gottesmutter in Fatima  erschienen, und dort hat die Muttergottes von den 3 Hirtenkindern den Rosenkranz gewünscht und gesagt: “Ich bin die Königin des Rosenkranzes!”. Daher ist dieser 13. Oktober 1917 der absolute Höhepunkt der Geschichte des Rosenkranzes. Bei allen Erscheinungen hat die Muttergottes den Wunsch geäußert, täglich den Rosenkranz zu beten. ,Königin des Rosenkranzes‘ bedeutet also die absolute Vorrangstellung dieser Gebetsweise unter allen gewiss auch empfehlenswerten Gebeten der Volksfrömmigkeit. Der Rosenkranz nimmt nach der hl. Messe und dem Brevier den ersten Platz ein.

Man könnte jetzt noch an viele andere Ereignisse erinnern, wo der Rosenkranz das erfolgreiche Zufluchtsmittel der Christen war.

Bei der ersten Erscheinung hat Lucia die Gottesmutter gefragt: „Warum kann dich Franzisco bei der Erscheinung nicht sehen?” Sie bekam zur Antwort: „Er soll den Rosenkranz beten, dann wird er mich sehen!” Er betete sechs oder sieben Ave Maria, dann sah er plötzlich die Frau vor sich stehen. Dies sagt sie auch uns. Habt Vertrauen! Betet den Rosenkranz! Er kann wirkliches Großes vollbringen. Wenn wir den Rosenkranz beten, werden auch wir einmal die Gottesmutter sehen.

Warum wünscht die Gottesmutter den Rosenkranz? Der Rosenkranz lehrt richtig beten. Er ist eine große Hilfe, Jesus näherzukommen. Das „Gegrüßet seist du, Maria” ist nur die Begleitung, das Begleitinstrument, wie z.B. die Gitarre. Das Wichtige und das Thema des Rosenkranzes ist das Leben Jesu, sein ganzes Leben von der Empfängnis bis zur Himmelfahrt. Das Leben Jesu sollen wir betrachten, dann wird auch die Liebe zu Jesus immer größer. Je besser man einen kennt, desto größer und inniger ist auch die Beziehung zu ihm. Man soll sich die Situation vorstellen usw. Der Rosenkranz ist daher eine Art Betrachtungsmethode.

Der Rosenkranz ist ebenfalls ein wunderbares Gebet in den Stunden der „Nacht”, der seelischen Not und Bedrängnis. In Zeiten der Gefühlsleere können wir uns an ihm anhalten, weil er so schlicht und einfach ist. Wenn einem das Beten besonders schwer fällt, und wenn man meint, überhaupt nicht beten zu können, und trotzdem den Rosenkranz betet – aus Liebe zur Gottesmutter, aus Liebe zu Jesus, weil sie es wünschen – , dann ist dies ein ganz großes, tiefes Beten und bringt besonders viel Segen. Es ist kein Plappergebet. Ein Plappergebet ist ein Gebet ohne Liebe.

Wenn alles in uns dunkel ist, Gott uns jedes Gefühl nimmt, tiefste Nacht, kein Licht weit und breit zu sehen ist, nur Finsternis und du betest trotzdem treu das „Ave Maria”, wird Maria dich nicht verlassen, und es ist ein großes, wertvolles Beten, weil du ja gerne beten möchtest. Der Wille ist da. Der Wunsch, die Sehnsucht zu beten ist da. Du möchtest beten, dann betet Maria, deine Mutter, für dich.

Wenn ich oft nicht beten kann, keine Gedanken habe beim Rosenkranzbeten, dann ist es gut, wenn man sich an den Vergleich erinnert, wo eine Mutter mit ihrem Kind betet. Das Kind versteht vielleicht nicht immer alles, was es betet. Es kann das Gebet auch nur halb auswendig und würde es allein nicht schaffen, aber die Mutter betet mit und hilft, so dass es verständlich wird. So ist es auch bei uns. Die Muttergottes hilft uns bei unserem Gestammel. Sie betet mit, sie weiß, was wir sagen wollen und doch oft nicht können. Wenn sie mitbetet, dann versteht es der Herrgott. Das darf uns ein großer Trost sein. Amen.