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Fatimatag

Mit Kaplan Peter Kunz als Hauptzelebranten und Festprediger beging man am Sonntag, den 13. Mai, den ersten Fatimatag in der Wallfahrtskirche.

Den Rosenkranz ab 18.25 Uhr leitete Pater Sebastian. Nach dem ersten Marienlied zu Beginn des Festgottesdienstes um 19.00 Uhr begrüßte „Hausherr“ Pater Paul die Gläubigen und seine Mitbrüder im priesterlichen Dienst, den Hauptzelebranten Kaplan Peter Kunz und als Mitzelebranten den Generalvikar Dr. Klaus Metzl, Pater Mirko und Pater Sebastian.

Nach dem Kommuniondankgebet zogen die Priester mit den Gläubigen über den Wallfahrtshof zum Freialtar, von dem aus die Lichterprozession über den Wallfahrtsweg startete. Pater Paul leitete die Gebete und auch die Andacht am Freialtar. Zum Abschluss erteilte er den eucharistischen Segen.

Die musikalische Umrahmung mit beliebten Marienliedern und Choreinlagen, gesungen von Mitgliedern des Kirchenchores, leitete Kirchenmusikerin Frau Eugenie Erner. Im Freien  wurden sie von den Bläsern unter Leitung von Herrn Michael Beck unterstützt.

Festpredigt von Kaplan Peter Kunz:

Predigt – 7. Sonntag der Osterzeit/Fatimatag Maria Hilf, Passau

Es tut mir leid, wenn ich Sie jetzt gleich einmal so direkt frage, aber: „Haben Sie einen gut gefüllten Geldbeutel dabei? Ich meine: Sind da schon ein paar Scheindal drinn?“ Denn wir wissen ja alle: „Guter Rat ist teuer!“

Aber keine Sorge ich will nicht an Ihr Geld. Ich dachte nur, dass wir eben Maria nicht umsonst als die Mutter des Guten Rates anrufen. Und es stimmt ja auch. Egal wo sie erscheint, wo sie sich den Menschen anvertraut und ihnen auf besondere Weise nahe ist, da kommt sie ihnen mit ihrem wertvollen Rat zu Hilfe. Ob Lourdes, ob Altötting, Kevelaer oder eben bei der Erscheinung von Fatima vor 101 Jahren.

Ja: „Guter Rat ist teuer!“ Aber welchen Rat gibt uns nun Maria? Es ist der Hinweis, der uns direkt in das Herz des Glaubens führt, in die Mitte, zum Kernpunkt. „Was er euch sagt das tut.“

Das ist für uns der entscheidende Hinweis, dass Maria eben nicht diejenige ist, die an der Oberfläche bleibt. Die dringt in die Tiefen des Glaubens ein. Sie verweist auf Jesus. Sie streckt ihn uns ja förmlich entgegen.

Maria ist als gute Mutter, die, die abwiegt, nachdenkt, schwanger geht, sich ihre Gedanken macht, durchbetet was ihr in den Sinn kommt und was sie erlebt. Sei es im Alltag, sei es im Glauben. Nicht umsonst finden wir sie auf verschiedenen künstlerischen Abbildungen mit einem Buch in der Hand, mit dem Buch schlechthin, dem Wort Gottes. Sie springt nicht dem Zug auf, in dem wir leider schon oft sitzen. Gerade wenn wir uns von Slogans, von Werbesprüchen, Kurznachrichten und Überschriften bewegen und hinreißen lassen.

Darauf kann aber der Mensch nicht bauen. Das bringt ihn nicht weiter auf seinem Weg zur Wahrheit, zur Liebe und zum Jünger sein.

Ja: „Guter Rat ist teuer!“ Kein Wunder, wenn wir also rufen: „Oh Maria hilf!“

Die heutige Liturgie steht uns aber mit gutem Rat beiseite.

Im Evangelium haben wir von der Wahrheit gehört. Jene, die unerlässlich ist für unser Leben und unseren Glauben. Diese Wahrheit von der Jesus spricht, heißt es zu erbeten. Genauso wie es Jesus tut, wie es Maria tut und wie sie sich alle jene, die uns heute Vorbild sind durch ihre Heiligkeit aus den Händen Jesu, des Heiligen Geistes und von Gottvater erbeten haben. So können wir die Wahrheit des Glaubens erkennen. Jene Wahrheit von der es heißt, dass sie frei macht. Aber dazu muss ich weg von der Oberfläche, der Oberflächlichkeit und muss das Wort Gottes in die Hand nehmen und mich mit meinem Glauben beschäftigen.

Dann wird es auch möglich sein die Liebe in ihrer Fülle zu erleben und zu leben. Dann können wir entdecken, dass die Liebe, die in aller Munde ist, eben nicht nur ein schönes Gefühl ist. Vielmehr wird die Liebe eben auch unseren Willen und unseren Verstand auf den Plan rufen. „Die Erkenntnis des lebendigen Gottes ist Weg zur Liebe, und das Ja unseres Willens zu seinem Willen einigt Verstand, Wille und Gefühl zum ganzheitlichen Akt der Liebe.“ (P. Benedikt XVI, Deus Caritas)

Dann wird es uns schließlich auch gelingen den dritten Punkt zu erreichen, von dem wir in der ersten Lesung hörten: Jünger sein. Es geht dabei aber um mehr, als dass nur das Los auf uns gefallen wäre. So nach dem Motto: „Du hast halt Pech gehabt…. Deine Eltern haben dich taufen lassen. Jetzt gehörst du dem Verein Kirche an. Eine Art Schicksalsgemeinschaft…“ Nein! Es geht um das Große das wir dabei empfangen haben und das wir immer wieder empfangen dürfen. So wie wir und über Skandale und Fehler in der Kirche ärgern und mitleiden, so müssen wir uns aber auch als Gemeinschaft über all das Gute freuen, dass in und durch die Kirche passiert. Wir selber müssen fruchtbar werden uns Anlass zur Freude für andere!

Ja: „Guter Rat ist teuer!“ Aber Gott sei Dank dürfen wir diesen wertvollen, kostbaren Rat bei dir Herr finden. Maria, sie hilft uns dabei. Indem sie zuerst Beispiel ist als Gläubige und Mutter. Und besonders dadurch, dass sie uns immer wieder zu dir führt: „Was er euch sagt, das tut!“