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Fatimatag mit Kaplan Simon Steinbauer

Auch der dritte Fatimatag dieses Jahres – am Freitag, dem 13. Juli – wurde mit Rosenkranz, feierlichem Gottesdienst und Andacht mit Lichterprozession begangen. Hauptzelebrant und Festprediger war Kaplan Simon Steinbauer.

Viele Gläubige aus Stadt und Land hatten sich bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Festmesse in der Wallfahrtskirche eingefunden, um mit Pater Sebastian den Rosenkranz zu beten.

Mit dem Hauptzelebranten, dem Kaplan Simon Steinbauer, zogen der Generalvikar, Prälat Dr. Klaus Metzl, Pater Paul und Pater Sebastian vom Paulinerkloster und der Gastpriester Pfarrer Josef aus Polen zur Hl. Messe in die Wallfahrtskirche ein. Die Kirchenmusikerin der Wallfahrtskirche begleitete den Gottesdienst musikalisch unter anderem mit beliebten Marienliedern. Pater Paul begrüßte zu Beginn der Hl. Messe die versammelten Gläubigen, besonders den Hauptzelebranten und die Mitzelebranten. Anschließend nannte er das Vorhaben des Zusammenkommens, nämlich Gottes Güte zu preisen und seine Gnade, dass er Maria zur Mutter seines Sohnes erwählt und auch uns auf vielfältige Weise begnadigt hatte. Der Kaplan dankte für die Einladung, diesen Gottesdienst feiern zu dürfen.

Der Hl. Messe schloss sich die Lichterprozession über den Wallfahrtsweg an, die Pater Paul leitete. Bei der Lichterprozession und der Andacht im Wallfahrtshof übernahmen die Mariahilfer Bläser und der Chor die musikalische Gestaltung. Den eucharistischen Segen  mit dem Allerheiligsten erteilte Pater Paul.

Predigt von Kaplan Simon Steinbauer am Freitag, den 13.06.2018 in der Wallfahrtskirche Mariahilf:

Schwestern und Brüder,

welche Eigenschaft zeichnet Maria, die Mutter Gottes aus? Was macht sie auch heute noch für uns zu einem Vorbild?

Bei Maria beeindruckt mich vor allem eines. Mit welcher Treue sie den Weg Gottes mitträgt. Sie begleitet Jesu, ihren Sohn, vom Anfang bis zum Ende, von Betlehem bis Golgotha mit allen Konsequenzen. Sie stellt ihr Leben ganz unter den Willen Gottes. „Siehe ich bin des Herrn Magd.”

Diese Entscheidung war für Maria sicherlich nicht immer einfach. Mit ihrem „Ja” zur Botschaft des Erzengels Gabriels hat sich Maria in eine bedrohliche Situation gebracht. Sie befand sich dadurch sogar in einer durchaus lebensbedrohlichen Lage. Ihr Verlobter Josef hätte sie nach geltendem jüdischem Recht wegen Ehebruchs anklagen können. Sie war ja offensichtlich von jemand anderem schwanger. Maria wäre dann vermutlich gesteinigt worden. Dennoch hat Maria ihre Zustimmung zum göttlichen Heilsplan gegeben. Sie hat auf Gott vertraut, dass er ihr Leben schützen wird.

Durch das „Ja” von Maria ist Großes an ihr und für uns Menschen geschehen. Die Zustimmung Mariens ist die Voraussetzung für die Menschwerdung. Gott bestimmt nicht einfach über ihren Kopf hinweg. Er achtet ihre menschliche Freiheit und wartet ihre Zustimmung ab. Durch ihr „Ja” bekommt der Heilsplan Gottes ein konkretes Gesicht. Die Liebe Gottes zu uns Menschen wird in Jesus von Nazareth erfahrbar und sichtbar. Als Christen sind wir dazu berufen, durch unser Lebenszeugnis ein Zeugnis von der Liebe Gottes zu geben. Durch die Art und Weise, wie wir als Christen leben, sollen wir für andere im Alltag ein Zeugnis für die liebende Zuwendung Gottes zu allen Menschen geben. Auch wir sollen durch unser „Ja” zu Gott, so gut, wie es für uns möglich ist, ein Einfallstor für die Liebe Gottes in unsere Welt und in unseren Alltag sein. Die Liebe Gottes soll auch durch uns ein konkretes Gesicht bekommen. Dafür gilt es in unserem Leben immer wieder neu „Ja” zu Gott zu sagen. Die Entscheidung für Gott ist kein einmaliger Vorgang, sondern stellt eine lebenslange Aufgabe und mitunter auch Herausforderung dar.

Auch für Maria ist es aber nicht bei diesem einen „Ja” zur Botschaft des Erzengels Gabriels geblieben. Maria hat auf ihrem Lebensweg immer wieder „Ja” zum Willen Gottes sagen müssen. Ich denke, dass das „Ja” zum Willen Gottes sowohl für die Gottesmutter Maria wie auch für uns eine lebenslange Herausforderung darstellt. Dass dies nicht immer einfach ist, zeigt sich beispielhaft im Leben der Gottesmutter. Auch ihr wird, dass „Ja” zum göttlichen Willen nicht immer einfach von den Lippen gegangen sein. Die Suche nach den zwölfjährigen Jesus im Tempel oder die Passion sind dabei besonders eindrückliche Beispiele. Der Weg Jesu war anders und für Maria vermutlich zunächst auch nicht einfach zu verstehen. Maria ist es da nicht viel besser gegangen, wie e auch heute noch Müttern und Väter geht, wenn die Kinder ihren eigenen Weg gehen. Dennoch hat Maria den Weg ihres Sohnes begleitet. Sie war für Jesus eine treue Wegbegleiterin, auf die er sich verlassen konnte.

Wie uns heute gelingen kann, treu an der Seite Jesu bzw. Gottes zu stehen, dazu gibt Maria bei der Hochzeit zu Kana einen wertvollen Rat. Die Anweisung, die sie den Dienern bei der Hochzeit zu Kana gegeben hat: „Was er auch sagt, das tut“, würde Maria wahrscheinlich auch uns heute noch mit auf den Weg geben. Auch sie hat ihre eigene Anweisung befolgt. Wenn wir uns am Willen Gottes orientieren, dann wird unser Leben auch gelingen.

Die Bedeutung der Mutter Gottes endet aber nicht mit dem irdischen Leben. Das Vorbild von Maria gibt uns darüber hinaus noch eine Hoffnung, die über den Tod hinausreicht. Laut Überlieferung wurde Maria „leiblich” in den Himmel aufgenommen. Der Leib ist in der christlichen Tradition viel mehr als die sterbliche Hülle des Menschen. Der Leib bezeichnet vielmehr all das, was den Menschen auszeichnet. Mit ihm treten wir mit anderen in Beziehung. Der Leib verleiht dem Menschen erst eine Ausdrucksfähigkeit. Er ermöglicht Kommunikation und Interaktion mit der Umwelt. Die Hoffnung auf eine leibliche Auferstehung bedeutet für uns somit, dass auch wir hoffen dürfen, nach dem Tod mit allem was uns ausmacht bei Gott in den Himmel aufgenommen zu werden. Alles, was einen Menschen ausgemacht, Stärken und Schwächen, positive und leidvolle Erfahrungen. All das bleibt in Gottes Hand geborgen.

Die Gottesmutter Maria ist somit für uns ein Vorbild im treuen Glauben und ein Bild der Hoffnung, das über den Tod hinausreicht.

Amen