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Festgottesdienst mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg

Der zweite Adventsonntag wurde für die Mariahilfer zu einem besonderen Tag, da der Weihbischof im Erzbistum München und Freising um 10.00 Uhr die Hl. Messe in der Wallfahrtskirche zelebrierte. Ihm zur Seite standen der  Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl und Pater Paul vom Paulinerkloster.

Für den Weihbischof Graf Rupert zu Stolberg war es eine Heimkehr an den Ort seiner Kindheit und Jugend. Pater Paul formulierte dies auch in seiner Begrüßung. Er berichtete vom Dienst des Weihbischofs als treuer Ministrant, als hl. Josef im Krippenspiel, als Sterndeuter beim Dreikönigsspiel und als fleißiger Helfer bei den Vorbereitungen zu Weihnachten. 2003 durften die Mariahilfer die Primiz von  Rupert Graf zu Stolberg mitfeiern. Jetzt habe sich endlich der Wunsch nach einem Wiedersehen in Mariahilf erfüllt. Pater Paul freute sich auch darüber, dass die Frau Gräfin, die Mutter des Weihbischofs, nach Passau mitgekommen war.

Der Weihbischof zeigte seine Freude über die gemeinsame Feier der Hl. Messe. Als er den Termin festgelegt habe, sei es ihm gar nicht bewusst gewesen, dass sich an diesem Tag sein Weihetag zum ersten Mal jähre. Dies sehe er als Fügung des Hl. Geistes, da er der Gottesmutter viel zu verdanken habe, aber auch den vielen Mariahilfern, mit denen er über Jahre seinen Weg gehen durfte.

In seiner Predigt erklärte und deutete der Weihbischof den Anfang des Markus-Evangeliums. Seinen Erläuterungen setzte er die Information voraus, dass es zu einer Zeit entstanden sei, als noch Zeitzeugen gelebt hätten. Besonders ging der Weihbischof auf die zwei Zitate aus dem Alten Testament ein: Beim ersten Zitat – „Ich sende meinen Boten vor dir her, er soll den Weg für dich bahnen.“ – sei die Ähnlichkeit zu einem Zitat aus dem Buch Exodus – „Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe.“ – sehr auffallend. Das zweite Zitat stamme wörtlich  aus dem Buch Jesaja: „Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“. Eindeutig beziehe sich das erste Zitat auf Johannes den Täufer als Boten und damit – stellte der Weihbischof fest – beginne das Evangelium bei Gott im Himmel, denn von dort komme Jesus Christus in die Welt. Anders verhalte es sich beim zweiten Zitat, denn da seien wir angesprochen und aufgefordert, den Weg für den Herrn zu bereiten.

Nach dieser erklärenden Vorbereitung versprach der Weihbischof, drei Aspekte dieses Evangeliumanfangs etwas zu beleuchten: Der Evangelist wolle mit seinen Zitaten aus dem Alten Testament die Kontinuität der Heilsgeschichte Gottes aufzeigen, die auch nach Christus weitergehe: „So wie Gott durch seinen Engel das Volk Israel aus der Sklaverei Ägyptens befreit hat, so will Gott nun – durch den Boten Johannes angekündigt – in Christus uns aus der Sklaverei der Sünde befreien.“.

Als zweiten Aspekt bezeichnete der Weihbischof den Advent als eine hochaktive Zeit, denn

„dem Herrn die Wege zu bereiten, das bedarf einiger Anstrengungen“. Eine ,staade Zeit‘ sei der Advent nur in dem Sinn, „dass die Vorbereitungen, die im Advent notwendig sind, eher im Inneren geschehen“. Denn es müsse so mancher Hügel abgebaut, so manche Schlucht überbrückt werden, um die Distanz zu Christus zu verringern. So beschreibe der Anfang des Evangeliumtextes eine Doppelbewegung: „Gott bahnt den Weg zu uns, und wir sollen den Weg zu ihm bahnen.“.

Als letzten Aspekt bezog sich der Weihbischof auf die in den Zitaten erwähnten Boten: Im Alten Testament bemühte sich ein Engel, das Volk Israel auf den richtigen Weg zu führen und im Neuen Testament wollte Johannes die Menschen aufrütteln, damit sie erkennen könnten, dass Gott selber in die Welt komme und Mensch werde. In unserer Zeit aber sei jeder getaufte Christ dazu aufgerufen, ein Bote der Frohen Botschaft zu sein. Wenn wir Christus im Herzen tragen, hätten wir die Aufgabe, Christus „sichtbar werden zu lassen durch unser Handeln, durch unser Zeugnis für ihn“. Maria könne dazu als Vorbild dienen und Gott sei bereit, unser Tun zu unterstützen.

Zuletzt stellte der Weihbischof fest, dass er das Rüstzeug für die Aufgabe als Weihbischof in Mariahilf „zu Füßen der Gottesmutter“ erhalten habe, und so äußerte er abschließend den Wunsch: „So wollen wir gemeinsam, wie Maria, Christus in unserem Herzen tragen, für die Menschen sichtbar machen, damit er für uns zur Freude wird und für viele andere auch.“.

Vor dem Segen erinnerte sich der Weihbischof daran, dass er vor ca. 40 Jahren als kleiner Ministrant in der Osternacht seinen Dienst angetreten habe. Er resümierte kurz, was in Mariahilf seit seiner Zeit gleich geblieben und was sich verändert habe und stellte abschließend fest: „Aber es ist vieles auch so wie früher, und ich glaube, das ist genau die richtige Mischung. Die Kirche ist kein Museum, sie muss sich weiterentwickeln, und trotzdem gibt es den unveränderlichen Schatz des Evangeliums, den es zu bewahren gilt.“.

Nach dem Gottesdienst gingen die Kirchenbesucher nicht gleich nach Hause. Sie warteten auf den Weihbischof und seine Mutter, mit denen sie noch viele Erinnerungen austauschen konnten.

Jetzt hoffen alle Mariahilfer, dass eine erneute Begegnung nicht lange auf sich warten lässt. Bis dahin werden die Mariahilfer den Weihbischof im Erzbistum München und Freising – ihren Grafen Rupert zu Stolberg – mit ihrem Gebet begleiten.