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Festgottesdienst zum 25-jähriges Priesterjubiläum

Die Jubilare des Weihekurses um Generalvikars Dr. Klaus Metzl trafen sich am Dienstag, dem 26. Juni um 19.00 Uhr in der Wallfahrtskirche zu einem Festgottesdienst, um am 25. Jahrestag ihrer Priesterweihe einen festlichen Gottesdienst zu feiern, Gott zu danken und Marias Fürbitte zu erflehen.

Es war ein besonderer Anlass, der die Gläubigen am Dienstag um 19.00 Uhr in die Wallfahrtskirche lockte. Sie alle wollten das 25-jährige Priesterjubiläum ihres Generalvikars und seiner Weihekollegen mitfeiern. Bläserfanfaren ertönten, als die Jubilare zur Kirche zogen. Schola mit Fahnen und Ministranten geleiteten sie in die Wallfahrtskirche. Dann stimmten alle in das Kirchenlied „Alles meinem Gott zu Ehren“ ein. Hausherr Pater Paul begrüßte alle Anwesenden und besonders die Jubilare, von denen immerhin vier dieses Fest mitfeiern konnten: Pfarrer Christian Kriegbaum von der Landau an der Isar, der Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, Pfarrer Bruno Pöppel von Waldkirchen und Pfarrer Ludwig Samereier von Reischach. Gedacht wurde auch der Jubilare, denen aus Krankheits- und anderen Gründen eine Teilnahme nicht möglich war. Dass auf den Tag genau 25 Jahre vergangen seien, seit die Jubilare am 26. Juni 1993 von Bischof Franz Xaver Eder zu Priestern geweiht und zum Dienst im Bistum Passau ausgesandt worden waren, erklärte Pater Paul. Außerdem bedankte er sich im Namen aller bei den Jubilaren für ihren Einsatz, den sie für die Kirche in diesen 25 Jahren geleistet hatten und dafür, dass sie Hirten sind „an die man sich halten, denen man vertrauen kann“. Dazu äußerte er die Bitte, die Jubilare sollten „manches von dem, was Sie in fünfundzwanzig Jahren Priestertum an Gutem ausgesät haben, aufgehen und Frucht bringen sehen“. Er wünschte ihnen auch, dass „Ihnen noch viele gesegnete Jahre im Weinberg des Herrn beschieden“ seien, aber er äußerte auch die Bitte, dass Gott wieder mehr Priesterberufungen schenke möge. Seine Rede beendete Pater Paul mit den Worten: „Liebe Jubilare, wir wünschen Ihnen, dass Sie noch viele Jahre in Gesundheit und mit Freude Boten der Liebe, Werkzeug des Frieden und Spender der Gnaden sein können.“.

Im Namen der Jubilare bedankte sich Hauptzelebrant Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl für die Worte Pater Pauls. Allen erklärte er, dass sie, die Jubilare, nach Mariahilf gekommen seien, um Gott für den Ruf zum Priestertum zu danken und die Gottesmutter um ihre Fürsprache zu bitten. Als Lesungen wählte der Generalvikar einen Abschnitt aus dem Buch der Weisheit und aus einem Brief an die Philister und aus dem Johannesevangelium den Bericht von der Hochzeit zu Kana.

Nach der Predigt des Generalvikars formulierte Pater Paul die Fürbitten, in denen er besonders Bitten für die Jubilare formuliert hatte. Vor dem feierlichen Segen bedankte sich der Generalvikar für die Gastfreundschaft und die Vorbereitungen von Pater Paul und Bruder Christoph, für den Einsatz der Chorgemeinschaft und der Mariahilfer Bläser, und er äußerte seine Freude über diese Gemeinschaft, die „lebt und trägt“. Nach dem Segen richteten sich alle nochmals mit dem Lied „Breit um uns deinen Mantel“ an Maria.

 

Im Anschluss wurden alle Gottesdienstbesucher in den Klostergarten eingeladen, wo sie genug Gelegenheit hatten, den Jubilaren zu gratulieren und bei Getränken und einem Imbiss diesen besonderen Tag zu beschließen.

Predigt von Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl zum Jubiläumsgottesdienst

(25. Weihejubiläum)

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst!

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Vor etwa 30 Jahren hat der Schweizer Priester Lothar Zenetti folgendes Gedicht verfasst:

Frag hundert Katholiken,

was das Wichtigste ist

in der Kirche.

Sie werden antworten:

die Messe.

Frag hundert Katholiken,

was das Wichtigste ist

in der Messe.

Sie werden antworten:

die Wandlung.

Sag hundert Katholiken

dass das Wichtigste in

der Kirche die Wandlung ist.

Sie werden empört sein:

Nein, alles soll so bleiben

wie es ist.

In der Tat: Das Wichtigste in jeder Eucharistiefeier ist die Wandlung und zwar nicht nur die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi, sondern ebenso die Wandlung unserer Herzen zu Gott hin, zu dem wir zuvor bekennen, dass wir sie zu ihm emporheben.

Von diesem Geheimnis der Wandlung erzählt das heutige Evangelium von der Hochzeit zu Kana. Die sechs steinernen Wasserkrüge, deren Inhalt sich wandelt, stehen symbolisch für die Jünger, die durch Jesu Geist, durch seine Worte und Taten, in ihren Herzen, in ihrer ganzen Existenz verwandelt werden. Deshalb ist auch der wichtigste Satz des Evangeliums der am Ende, wo es kurz und fast lapidar heißt: „Und seine Jünger glaubten an ihn!” Dieser letzte Satz macht deutlich: Größer als das Wunder der Verwandlung von Wasser in Wein war das Wunder der Verwandlung der Jünger in vom Geist Jesu Christi erfüllte Menschen.

„Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe. Sie werden antworten: Die Wandlung!” – Und sie haben recht!

Doch wie sieht es mit der Wandlung unserer Herzen, unserer Gedanken, unseres Lebens und unserer Taten aus? In den Gaben von Brot und Wein – so heißt es in den Gabengebeten der heiligen Messe – bringen wir uns selbst und die ganze Schöpfung vor Gott auf den Altar. Im Brot legen wir unseren Alltag mit all seinen Mühen und Plagen vor Gott. So ist das Brot ein Zeichen für unsere Lebensgeschichte, für das, was uns täglich aufreibt und zerreißt, für das, was uns niederdrückt und belastet, für das, was wir aus unserem Leben gemacht oder auch nicht gemacht haben, ein Zeichen für unseren Einsatz und für unser Versagen. Wir – die Jubelpriester, die dankbar auf 25 Jahre Dienst in der Kirche von Passau zurückschauen dürfen – legen all das mit dem Brot auf den Altar und bitten Gott um die Gnade der Wandlung, weil wir im Glauben wissen: Der allmächtige Schöpfer und Herr, der uns in seinen Weinberg berufen hat, vermag all das Bruchstückhafte und Unvollkommene in unserem Leben in Segen und in Endgültigkeit zu verwandeln.

Auch der Kelch mit Wein, den wir vertrauensvoll auf den Altar stellen, ist ein Zeichen für uns selber, aber mit einer anderen Bedeutung. Er ist der Kelch unseres Lebens, der uns eingeschenkt ist. Er steht nicht für das, was wir getan oder nicht getan haben, sondern für das, was wir erlitten und erfahren haben. Er ist aber zuerst und vor allem ein Kelch der Freude, weil uns viel Gutes in den letzten 25 Jahren geschenkt wurde, für das es heute ganz ausdrücklich zu danken gilt. Den Kelch unseres Lebens zu trinken bedeutet, unser eigenes einmaliges Dasein, so wie es ist, anzunehmen. Zwar muss jeder seinen Lebenskelch selber trinken, aber wir können ihn auch mit anderen teilen, so wie Jesus ihn mit uns geteilt hat. Wir können ihn in der Eucharistiefeier Jesus hinhalten und ihn um die Kraft bitten, ihn bis zur Neige zu trinken. So kann auch für uns das Wunder der Verwandlung geschehen. Dann wird der Kelch unseres Lebens zum Kelch des Heiles. So bedeutet das Trinken des Kelches die Hingabe unseres Lebens an Gott.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

„Sag hundert Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein: Nein, alles soll so bleiben wie es ist!” – so lautet die dritte, fast resignierende Strophe des Gedichtes von Lothar Zenetti.

Ja, wir stehen unter einem beständigen Wandel. Es gilt – wie das Zweite Vatikanische Konzil in der Pastoralkonstitution gesagt hat – immer wieder neu die Zeichen der Zeit unter dem Licht des Evangeliums für die Menschen von heute zu deuten. Deshalb kann es nie so weitergehen wie es immer war. Der Wandel ist unsere Realität, weswegen wir in der Kraft des Heiligen Geistes tagtäglich versuchen, Kirche und Glaube zu leben und zu gestalten.

Und heute – am 25. Jahrestag unserer Priesterweihe – schauen wir voller Dankbarkeit auf Maria, die Mutter der Kirche, die Mutter der Priester und bitten Sie weiter um ihren Schutz und ihren Segen. Und wir bitte Sie – liebe Schwestern und Brüder – weiter um ihr Gebet, auf dass wir gemeinsam als pilgerndes Volk Gottes in der Kraft beständiger Wandlung unser Ziel erreichen: das himmlische Jerusalem. Und dass wir dort geladen werden zum himmlischen Hochzeitsfest des Lammes, zu dem Fest ohne Ende, das Gott all denen bereiten will, die ihn von ganzem Herzen lieben.