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Gelöbniswallfahrt der Stadt Passau

Wie jedes Jahr pilgerten die Passsauer am Fest „Mariä Namen“ (Dienstag, 12. September) von der Votivkirche nach Mariahilf. Die Gelöbniswallfahrt mündete in eine Andacht, die Stadtdekan Helmut Reiner leitete. Die Festpredigt hielt Domkapitular Martin Dengler.

Mit brennenden Kerzen in Händen und den Rosenkranz betend erreichten die Wallfahrer gegen 20.45 Uhr die Wallfahrtskirche. Wegen des nassen Wetters fand die Andacht in der Wallfahrtskirche statt, die sich wieder einmal als zu klein erwies. Doch die Andacht wurde auch über Lautsprecher in den Wallfahrtshof übertragen, wo noch viele Pilger unter den Schirmen mitbeteten.

Stadtdekan Helmut Reiner begrüßte die Pilgerinnen und Pilger, auch das Domkapitel, den Stadtklerus und die Mitglieder der Männer- und Frauenorden. Im Voraus bedankte er sich bei den Diözesanbläsern unter Leitung von Herrn Beck und dem Mariahilfer Kirchenchor für ihre musikalischen Beiträge. Lob sprach er den Vorbeterinnen und Vorbetern sowie dem Lautsprecherträger aus. Die Gelegenheit nutzte er, um den Paulinern für über 15 Jahre Seelsorgedienst an den Wallfahrern und Wallfahrerinnen in Mariahilf seine Anerkennung zu zeigen. Dann stellte er den Festprediger vor: den Domkapitular und Regens Martin Dengler.

In seiner Predigt griff dieser die drei Faktoren des pastoral-strukturellen Erneuerungsweges von Professor Helmut Roth auf: der Veränderungsbedarf, das Ziel und die vorhandenen Möglichkeiten. Diese drei Faktoren übertrug er auf die Gelöbniswallfahrt, denn „ohne ein konkretes Anliegen, das anschiebt – sei es nun Dank oder Bitte oder ein Gelöbnis – würde wohl keiner aufbrechen, sich auf den Weg machen“. Er erinnerte an den Anlass dieser Wallfahrt, dem Gelöbnis aus Dankbarkeit darüber, dass Passau im 2. Weltkrieg von schwereren Schäden verschont geblieben war. So seien sie alle auch an diesem Abend zum Gnadenbild von Mariahilf gezogen und hätten als Voraussetzung einen lebendigen Glaube an Gott und das Vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria mitgebracht.

Darauf referierte der Domkapitular über das zuvor gelesene Evangelium von der Hochzeit zu Kana, denn auch hier würde man wieder diesen drei Faktoren begegnen: der Notlage wie dem unbedingten Vertrauen Marias auf die Abwendung der Not durch ihren Sohn Jesus Christus. Dieses gläubige Vertrauen habe das Wunder bei der Hochzeit ermöglicht. Besonders machte der Domkapitular darauf aufmerksam, wie Maria das Anliegen vor den Herrn bringt: Sie vertraut die Notlage ihrem Sohn zur Entscheidung an, womit sie allen ein Beispiel richtiger Gebetshaltung gegeben habe. Zuletzt bewies der Domkapitular noch, dass diese drei Faktoren genauso auf das Vaterunser angewendet werden können.

Stadtdekan Helmut Reiner forderte im Anschluss alle auf, das vermutlich älteste bekannte Mariengebet „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter“ gemeinsam zu beten. Er wies darauf hin, dass genug Gründe z.B. privater, aber auch weltpolitischer Art für diesen Wunsch gegeben seien.

Nach den Fürbitten und dem Gebet vor dem Allerheiligsten erteilte Domkapitular Martin Dengler den Eucharistischen Segen.