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Hochfest des hl. Paulus von Theben

Das Patroziniumfest des Paulinerordens wurde in der Wallfahrtskirche Mariahilf am Sonntag, dem 14. Januar um 10.00 Uhr besonders feierlich begangen. Die Festpredigt hielt Domkapitular Gerhard Auer.

Das Pauluslied eröffnete den Gottesdienst zu Ehren des heiligen Paulus von Theben, des ersten Einsiedlers und Patriarchs des Paulinerordens. Wallfahrtsrektor und Ordensprior Pater Paul freute sich, zum Festgottesdienst Herrn Domkapitular Gerhard Auer als Festredner und Hauptzelebranten und als Mitzelebranten den Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, den Domdekan Dr. Hans Bauernfeind und seine Mitbrüder Pater Sebastian und Pater Beniamin begrüßen zu können. Dann stellte er seinen Ordenspatron, den heiligen Paulus von Theben, den ersten Einsiedler, kurz vor: als „ein Beispiel dafür, dass er Gott in seinem Leben gefunden hat“. Doch, so führte Pater Paul weiter aus, Gott wolle auch uns rufen, uns mit seinem Wort und den Gaben der Eucharistie Kraft geben und uns Mut machen.

Domkapitular Gerhard Auer wies zu Beginn des Festgottesdienstes auf die Lesungen des 2. Sonntags im Jahreskreis zum Thema Berufung hin. Auch er nahm die Hl. Messe zum Anlass, Gott um Berufungen zu bitten – speziell für den Paulinerorden, aber auch allgemein, „um der Welt das Antlitz unseres Herrn Jesus Christus zu zeigen“.

Wie wörtlich Bischof Ambrosius von Mailand die Worte des Herrn aus dem Evangelium, „Kommt und seht“, genommen habe, erzählte der Domkapitular in seiner Predigt. Dabei gehe es um eine Begegnung mit Menschen, die nach Gott fragen. Um die Bekehrung und die Begegnung der Gottsuchenden mit Gott zu erreichen, sei aber eine ansteckende Begeisterung der Christen Voraussetzung. Als Vorbilder stellte der Domkapitular Eremiten wie den hl. Paulus von Theben vor, die „gesuchte und auch geniale Ratgeber für die anderen außerhalb“ wurden. Als weiteres Vorbild nannte der Domkapitular die Gastfreundschaft der Klöster. Auch am Beispiel der Mönche hätten suchende Menschen die Größe und Liebe Gottes erkennen können und deshalb ebenfalls Jünger Gottes werden wollen. Die Idee der Zweisamkeit mit Gott des heiligen Paulus – sich immer wieder zurückzuziehen, um beim Herrn zu sein, über ihn nachzudenken, Gott sprechen zu lassen – reiche bis zu uns, bis in die Wallfahrtskirche herein. Den Paulinerorden bezeichnete der Domkapitular als eine gelebte Verbindung von Kontemplation und  der Sendung, apostolisch und missionarisch zu sein „und nicht aufzuhören, die Suche der Menschen mit dem eigenen Glaubenszeugnis zu beleben“. Darauf nahm sich der Domkapitular Zeit, auf die Gründung des Paulinerordens und seine Ordensmaxime einzugehen. Dabei erklärte und interpretierte er auch das Wappen des Paulinerordens. Zuletzt sprach er die Paulinerpatres und –brüder von Mariahilf direkt an. Er dankte ihnen im Namen aller für ihr Glaubenszeugnis und ihren Einsatz: „Liebe Patres und Brüder, euer Wirken und eure Gastfreundschaft hier auf Mariahilf ist ein großer Segen für unsere Stadt Passau und für unser ganzes Bistum“.

Die gute Zusammenarbeit der Musiker – der Bläser unter Leitung von Herrn Michael Beck, drei Streichern des Stadttheaters, des Mariahilfer Kirchenchors, Frau Krompass an der Orgel und der Dirigentin Frau Eugenie Erner – ließ die musikalische Umrahmung des Festgottesdienstes mit der Orgelsolomesse von Mozart zu einem Ohrenschmaus werden. Frau Erner ergänzte die musikalischen Darbietungen mit ihrem von den Streichern begleiteten Sologesang von „Er weidet seine Schafe“ aus Händels Messias.

Diese schöne musikalische Gestaltung der Hl. Messe würdigte auch der Domkapitular. Dazu wies er auf den Brauch hin, nach dem Gottesdienst an alle Kirchenbesucher die Früchte der Palmen auszuteilen. Doch bevor er den Segen erteilte, appellierte er nochmals an die Gläubigen: „So möge auch Gott Ihnen und uns allen die Gnade schenken, dass wir aus dem Glauben heraus Frucht bringen für unser eigenes Leben, aber auch für das Leben unserer Mitmenschen.“.