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Hohe Auszeichnung für Bläsergruppe Mariahilf

Generalvikar Dr. Klaus Metzl hat beim Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Bläsergruppe Mariahilf dem Ensemble als erster kirchlicher Bläsergruppe im Bistum die von Bischof Stefan Oster 2018 gestiftete GabrieliAuszeichnung des Referats Kirchenmusik verliehen.

Christliche Liebe, die diesen Namen verdiene, sei immer „Liebe konkret”, gab Dr. Metzl in seiner Predigt zu bedenken. Jesus gebe am Ende des Evangeliums zum Sonntag auch gleich das Kriterium echter Jüngerschaft und Nachfolge mit, wenn er sage: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.” Ja, der Herr mache alles neu, folgerte der Prediger daraus. Er möchte, „dass auch wir als neue Menschen vor ihm leben” und entsprechend Zeugnis ablegen, fügte der Generalvikar hinzu.

Als gutes Beispiel dafür bezeichnete Dr. Metzl die Bläsergruppe Mariahilf, 1969 von Pater Norbert Weber gegründet und bis 1988 von ihm geleitet. „Acht Nachwuchsensembles mit über 90 aktiven Musikern gingen aus der Bläsergruppe Mariahilf ob Passau in den vergangenen 50 Jahren hervor”, unterstrich der Vertreter der Bistumsspitze und bemerkte nebenbei, dass der überwiegende Teil der Bläser nach wie vor auch treu einen Ministrantendienst in der Wallfahrtskirche leiste. Im Laufe des Kirchenjahres gestalteten sie zahlreiche Gottesdienste und Prozessionen – vor allem die Fatima-Prozessionen an jedem 13. des Monats von Mai bis Oktober, so der Generalvikar.

Dr. Metzl verwies auch darauf, dass die Bläsergruppe so manchen Hörfunk- und Fernsehgottesdienst von Mariahilf aus mit ihrem feierlichen Spiel mitgestaltet hätten und so „das Lob Gottes und die Verehrung der Gottesmutter Maria weit über die Grenzen Passaus hinausgetragen” hätten. Das alljährliche Adventssingen, der Neujahrsempfang, das Neujahr-Anspielen, so manche Maiandacht oder die Fronleichnamsprozession in der Innstadtpfarrei wären ohne die Bläsergruppe Mariahilf  um ein Vielfaches ärmer, bekundete der Geistliche. Ein Mitwirken am Stadtkreuzweg am Freitag vor Palmsonntag, bei der Stadtwallfahrt von der Votivkirche herauf zur Muttergottes von Mariahilf am 12. September oder die Palmprozession am Dom seien für sie zur guten Tradition geworden.

Wie der Generalvikar ergänzend anmerkte, geht es dem Leiter Michael Beck, Nachfolger von Johann Hohenwarter, nicht nur um eine hohe qualitative Leistung der Bläser, sondern – „und das macht wohl auch das Charisma der Bläsergruppe Mariahilf ob Passau aus” – auch und vor allem um eine Charakterbildung aus dem christlichen Menschenbild heraus, die geprägt sei aus der Verantwortung füreinander, aus Gemeinschaftssinn und der Hinführung zur lebendigen Feier der Liturgie und der Ausbildung eines persönlichen Glaubens an Gott sowie um eine zu Herzen gehende Verehrung der Muttergottes von Mariahilf. „Das ist der eigentliche und tiefere Sinn dieser Bläsergruppe, für die Michael Beck in                souveräner und unaufdringlicher Weise steht”, hob Dr. Metzl hervor.

Der Prediger gab sich überzeugt davon, dass die Beck anvertrauten Jugendlichen diesen Sinn sehr deutlich als Hintergrund-Matrize erahnten und spürten, „die sie vielleicht für ihr Leben mehr prägt und besser vorbereitet

als so manche Übungsstunde.” Und so zeigte sich Dr. Metzl nicht verwundert, dass viele Ehemalige der Bläsergruppe Mariahilf ob Passau zum Jubiläumsgottesdient und zur anschließenden Feier hoch über der Dreiflüssestadt gekommen waren. Viele von ihnen seien bis heute kirchenmusikalisch tätig oder brächten sich auf andere Art und Weise in ihren Pfarreien und Verbänden ehrenamtlich ein, ließ der Generalvikar die Zuhörer wissen und wünschte der Bläsergruppe eine gesegnete Zukunft unter dem Schutzmantel der Mutter Gottes.

Die Gabrieli-Auszeichnung Form eines Glasreliefs und einer Urkunde, benannt nach dem in Venedig geborenen Komponisten Giovanni Gabrieli (1557-1612), überreichte Diözesan- und Dommusikdirektor Dr. Marius Schwemmer an Michael Beck, der seit 1990 für die Bläsergruppe Mariahilf verantwortlich ist. Auch

Schwemmer drückte seinen Dank aus und zeichnete zugleich die Mitglieder der Bläsergruppe für langjährige Mitwirkung in der Kichenmusik aus: Franz Joseph Huber (Trompete), Lukas Grimm ((Trompete), Basti Arnold (Trompete), Julian Grimm (Horn), Vinzenz Huber (Posaune) sowie Konstantin Kümmelschuh (Posaune).

Beim geselligen Empfang im Klostergarten – nach den Worten von Prior Pater Paul Binkowski der schönste Biergarten von Passau – bedankte sich Michael Beck bei den Hauptzelebranten des Gottesdienstes, Generalvikar Dr. Klaus Metzl und Domdekan Dr. Hans Bauernfeind, zugleich Leiter des Seelsorgeamtes der Diözese Passau. Er begrüßte einige Männer der ersten Stunde der Bläsergruppe – allen voran Hans-Joachim Feser, der sein Bläserlehrer gewesen sei – sowie ehemalige Mitglieder und deren Eltern. In angeregten Gesprächen wurden viele Erinnerungen, auch anhand alter Fotos, geweckt und ausgetauscht. Michael Becks Fazit mit einem Schmunzeln: Wir sind schon eine ziemlich verschworene Gemeinschaft.“

(Passauer Neue Presse vom 22. Mai 2019)

Von Bernhard Brunner