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Marienvesper mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB

Am Donnerstag, 30. Juni, trafen sich wieder viele Gläubige mit ihrem Bischof Dr. Stefan Oster SDB in der Wallfahrtskirche Mariahilf zum Marien-Abendlob.

Noch zahlreicher als bei der ersten Marienandacht der Maria-Hilf-Woche am Dienstag strömten die Gläubigen am Donnerstag auf den Mariahilfberg. Schon vor der Vesper wurde der Rosenkranz gebetet. Um 19.00 Uhr zogen der Bischof, Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, Domdekan Dr. Hans Bauernfeind, Diakon Dr. Anton Cuffari und mehrere Domkapitulare über den Wallfahrtshof in die Wallfahrtskirche ein.

Gott zu loben, zu preisen und zu verehren sei der eigentliche Dienst der Kirche und auch aller Vorhaben bei diesem Marien-Abendlob, verkündete Bischof Stefan zu Beginn der Vesper. Mit Maria, der Hilfe der Christen und der Mutter der Barmherzigkeit sollten wir zu ihrem Sohn aufschauen und unsere Hoffnung auf Marias Fürsprache bei ihm setzen.

Während am Dienstag zuvor bekannte Marienlieder die Andacht musikalisch umrahmten, legte man nun den Schwerpunkt auf Psalmen und Hymnen, die mit Frau Huber als Vorsängerin und Organistin im Wechselgesang mit allen Gläubigen gesungen wurden.

Zum Thema der Lesung über die Hochzeit zu Kana schickte Bischof Stefan einige erklärende Worte voraus: Das Wort „Bund“ fasse Gottes Absicht zusammen. Immer wenn sich im Alten Testament sein Volk von ihm abgewendet hatte, habe Gott mit ihm wieder einen neuen Bund geschlossen. Der sei aber nicht einfach als Vertrag zu verstehen, sondern als ein „Bund von Herz zu Herz“, so wie ein Ehebund, eine Hochzeit. Schon im Alten Testament werde Israel an vielen Stellen als Braut bezeichnet, und das Neue Testament nennt Jesus Bräutigam und die Kirche Braut.

Damit leitete der Bischof zum Thema der Lesung über: der Hochzeit zu Kana. Hierzu wies er auf einige Auffälligkeiten und Parallelen hin: Da Jesus seine Mutter hier wie in der Stunde am Kreuz mit „Frau“ anspreche, ergebe sich die Erklärung, dass Maria an der Stelle der ganzen Kirche stehe.  Denn Gott schließe mit seiner neuen Schöpfung einen Bund, einen Hochzeitsbund und verschenke sich ganz an seine neue Schöpfung, und die Gottesmutter könne als die Frau gesehen werden,  die den neuen Bund repräsentiert. Seinem Lieblingsjünger Johannes – als „Idealtyp“ von Jünger, der unter dem Kreuz „neu geboren“ wurde – habe Jesus die neue Mutter zugeführt und ihn damit in diesem neuen Bund als Kind der Kirche und als Kind Gottes ausgewiesen. Die Stunde der Kreuzigung stelle somit eine Hochzeit im geistlichen Sinn dar, den neuen Bund zwischen Gott und seinem Volk. Je näher wir nun bei Maria seien, desto besser würden wir lernen, Jesus zu lieben, zu erkennen und zu vertrauen und zu verstehen, was wir tun sollen. Maria sei die also die „Geburtshelferin der Christen“.

Abschließend rief der Bischof die Gottesmutter als Fürsprecherin auf: „Und wir bitten sie von Herzen (…) dass an uns immer wieder deutlich wird, dass wir Kinder Gottes und Kinder der einen Mutter sind. Und wir bitten auch – in diesen Tagen ganz besonders – dass sie uns helfen möge, dass uns viele Berufungen geschenkt werden – Männer und Frauen, die Gespür dafür haben, innerliches Gespür, das in ihren wächst, dass sie berufen sind, sich ganz zu schenken, mit ihrem ganzen Herzen, mit ganzer Kraft, sich mit der Hilfe der Muttergottes ganz auf den Herrn einzulassen – als Priester, als Ordensleute, als Männer und Frauen in der engeren Nachfolge des Herrn.“

Wieder veranlasste ein Diakon die Gläubigen mit Impulsfragen zu Momenten stiller Betrachtung. Es folgten das gesungene Magnifikat, Fürbitten, Anbetung und der bischöfliche Segen. Mit dem gesungenen Wunsch „Maria breit den Mantel aus …“ endete dieses Marien-Abendlob.

Im Wallfahrtshof wartete wieder ein Imbiss auf die Kirchenbesucher, die die Möglichkeit hatten, sich ungezwungen untereinander und mit Bischof Stefan zu unterhalten.

Dass nicht nur die Mariahilfer Kirchgänger dieses Marien-Abendlob miterleben und mitbeten konnten, dafür sorgte wieder Radio Horeb.