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Meditation zum Dritten Adventsonntag – 12. Dezember 2010

Dritter Adventsonntag, 12. Dezember 2010, in der Wallfahrtskirche Mariahilf ob Passau

Meditation zu Jes 35, 1-10.

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Der Prinz wird in einen Frosch verwandelt,

das Kind verwandelt sich in einen Piraten,

der Mensch verwandelt sich in ein Traumgebilde.

Verwandeln, das ist anders sein als man ist,

anders werden als man ist,

anders sein wollen als man ist.

Manchmal möchten wir anders sein,

wenn Prospekte das Paradies versprechen,

wenn die Zeitungsnotiz über den Lottomillionär berichtet,

wenn der Supersportler auf dem Siegerpodest steht,

wenn der Fernsehfilm die heile Welt abspult.

Manchmal möchten wir anders sein,

wenn wir ein schlechtes Gewissen haben,

wenn wir kein Licht am Ende des Tunnels sehen,

wenn eine klamme Kälte in uns hochsteigt,

wenn der Blickwinkel immer enger wird.

Manchmal möchten wir anders werden,

wenn ein Mensch in unser mürrisches Gesicht lächelt,

wenn der junge Mann die Vorurteile in unserem Kopf zerstört,

wenn der lästige, böse Mitmensch uns entgegenkommend die Hand reicht.

Ja – anders werden,

warum tun wir es nicht, du und ich, wir alle?

Warum bleiben wir, wer wir sind?

Verwandeln und verwandelt werden, lieber nicht?

Mehr zugeknöpft als offen?

Kein Windhauch kommt an uns heran!

Gott möchte es nicht nur, er tut es!

Er verwandelt die Leere in uns in ein überschäumendes Fass,

unsere Mutlosigkeit in einen hoffnungsgeladenen Glauben,

er verwandelt unsere Blindheit in ein lichtvolles Schauen,

unseren Kummer, unser Leid in Freude und Jubel,

er verwandelt den gefährlichen Weg in einen heiligen Weg.

Gott hat uns, dich und mich verwandelt,

Himmel und Erde, Mensch und Tier,

indem er sich selbst verwandelte zum Kind, in einen Menschen.

Und du? Verwandeln heißt anders werden,

anders werden durch das Kind!

Dr. Josef Meier, Passau