Vierter Adventsonntag, 19.12.2010, in der Wallfahrtskirche Mariahilf ob Passau
Meditation zu Jes 7, 10-14
Ich helfe mir schon selbst,
ich brauche keine Hilfe,
ich will auf niemanden angewiesen sein!
Dieser Mensch steht wortwörtlich mit beiden Füßen auf der Erde,
eine Verbindung nach oben erscheint ihm unangebracht.
Vertrauen – Zukunft – Hoffnung,
alles in einer Hand,
bezogen nur auf sich selbst.
„Ich bin nur bei mir“,
sagt dieser Mensch, sagt König Ahas.
Gott – was soll es, was bringt es?
Ich habe alles im Griff,
ich verlasse mich nur auf mich selbst.
Ist das so?
Alles im Griff,
die Liebe,
das Leid,
die Schuld,
die Gesundheit,
die Angst,
den Frieden,
die Geborgenheit,
das Leben?
Vielleicht – im Turm von Hochmut,
Eitelkeit und Selbstherrlichkeit,
von Überheblichkeit und Bindungsangst.
Gott hat hier kaum eine Chance,
er ist nicht an–gefragt - genau so wie bei König Ahas!
Doch Gott gibt nicht auf,
er lässt sich nicht abschütteln,
er bleibt, er wartet, er geht mit, er ist da,
er ist treu – dem Menschen,
der ihm so viel wert ist, unendlich viel wert.
Vertrauen – Zukunft – Hoffnung,
in seiner Hand, in Gottes Hand;
da beginnen die Worte zu leben,
nehmen von uns Angst und Mutlosigkeit;
denn unser Gott ist ein Gott, der seinen Namen uns erleben lässt,
den Namen Immanuel, das heißt „Gott mit uns“.
Das Zeichen dafür ist das Kind,
das Kind in der Krippe,
der Gott mitten unter uns!
Dr. Josef Meier, Passau


