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Pontifikal-Maiandacht mit Ausrufung der Maria-Hilf-Woche

Bischof Dr. Stefan Oster SDB hielt am Dienstag, 24. Mai um 19.00 Uhr, in der Wallfahrtskirche eine Pontifikal-Maiandacht, während der er die erste Maria-Hilf-Woche des Bistums Passau ausrief und sein Bistum unter den Schutz der Gottesmutter stellte.

Viele Gläubige hatten sich in der Wallfahrtskirche eingefunden, um dieses besondere Ereignis mitzufeiern. Zu Beginn der Festlichkeiten begrüßte „Hausherr“ Paulinerpater Paul alle Kirchenbesucher und vornehmlich Bischof Dr. Stefan Oster, den Bischof emeritus Wilhelm Schraml, Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, Domdekan Dr. Hans Bauernfeind, Domprobst Dr. Michael Bär, alle Domkapitularen und Domvikaren, alle Dekanen, alle seine Mitbrüdern im Priester- und Diakonenamt, alle Seminaristen und Ordensleute und die Vertreter des Diözesanrates und der verschiedenen kirchlichen Gremien, Verbänden und Pfarreien.

Pater Paul erinnerte daran, dass die Wallfahrtskirche Mariahilf einer der Orte sei, an denen die Verehrung der Muttergottes als „Hilfe der Christen“ ihren Anfang genommen habe und dass die Gottesmutter seither täglich angefleht werde, Gott unzählige Bitten und Danksagungen zu überbringen.

Anschließend ergriff Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl das Wort und gratulierte im Namen aller dem Bischof zu seinem zweiten Bischofsweihetag. Dazu stellte er fest, dass an diesem Tag anders als üblich alle vom Bischof Geschenke erhalten würden: einmal den Jahrestag seiner Übernahme des Bischofamtes von Passau und nun die Einführung der Maria-Hilf-Woche. Bischof Stefan bedankte sich, und nach der Statio forderte er alle auf, das Passauer Barmherzigkeitsgebet zu sprechen, denn Maria sei auch die Mutter der Barmherzigkeit.

In seiner Ansprache rühmte der Bischof die Gottesmutter als allererste Trägerin des Geistes Gottes. Durch ihre Gegenwart könnten auch wir – wie die Jünger an Pfingsten – vom Geist

erfüllt werden, hinausgehen und den Auftrag der Kirche erfüllen, also alle Menschen teilhaben lassen „an der großen Versöhnung mit Gott, an der großen Umkehr, an der neuen Hinwendung zu ihm, am Leben in seiner Gegenwart“. Die Maria-Hilf-Woche sollte uns dazu einladen, uns als Kirche um die Gottesmutter zu versammeln und in ihrer Nähe darum zu bitten, dass der Heilige Geist auch uns mit Feuer, mit Kraft und mit Leidenschaft für Jesus erfülle. Bischof Stefan appellierte an alle, „nicht in das allgemeine Lamento vom Rückgang und vom Glaubensverlust“ einzustimmen, sondern freudig in der Kirche und in der Welt zu verkünden: „Wir wissen, wohin wir gehören, wir haben einen Vater und in der Kirche in Maria eine Mutter. Wir haben einen Erlöser, der unser Bruder geworden ist.“ In seiner Predigt zeigte Bischof Stefan auch seine Freude über die Fügung, am  Fest „Maria, Hilfe der Christen“ zum Bischof von Passau geweiht worden zu sein – an dem Fest, das sein Ordenspatron Don Bosco für den 24. Mai festgelegt hatte. Mit der Verehrung der Gottesmutter als „Hilfe der Christen“ habe auch Don Bosco die süddeutsche Mariahilf-Tradition aufgegriffen und weiter verbreitet.

Nach der Predigt und einem Moment der Stille nahm Bischof Dr. Stefan Oster die feierliche Ausrufung der Maria-Hilf-Woche mit folgenden Worten vor:

„Schwestern und Brüder,

mit großer Freude und im festen Vertrauen auf den Segen Gottes rufe ich, verbunden mit unseren Diözesanpatronen, dem Heiligen Valentin, dem Heiligen Maximilian und dem Heiligen Bruder Konrad, und am heutigen Mariahilf-Tag zusammen mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria DIE  MARIA-HILF-WOCHE IM BISTUM PASSAU aus.

Gemeinsam schauen wir im Bistum Passau auf Maria, die große Fürsprecherin und Helferin der Christen, und rufen sie an mit dem vertrauenden Ruf: „O Maria hilf!“

Im Außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit wissen wir uns in dem Glauben gestärkt, dass Gottes Güte und Barmherzigkeit uns in der Gottesmutter eine große helfende Fürsprecherin geschenkt hat, eine Mutter der Barmherzigkeit. Darum beten wir in der Maria-Hilf-Woche besonders für alle Gläubigen im Bistum Passau.

Wir bringen mit der Muttergottes von Mariahilf dankbar und respektvoll die vielen Berufungen des Glaubens vor den dreifaltigen Gott:

alle Getauften –

die Eheleute, die Eltern,

alle, die alleine oder gemeinsam beten und den Herrn anbeten,

alle, die sich aus Glauben in Gesellschaft und Kirche vielfältig engagieren: die Frauen und Männer in den helfenden Berufen der Kirche wie in der Caritas oder bei den Maltesern,

alle, die Kranken und Menschen mit Beeinträchtigung unterstützend und pflegend zur Seite stehen und die sich um Sterbende, Flüchtlinge und um Hilfsbedürftige sorgen,

alle, die mit alten Menschen die Zeit teilen,

alle Religionslehrer und Religionslehrerinnen, alle die sich um die Katechese mühen,

die Glaubensverkünder und –verkünderinnen in den Kindertagesstätten,

die vielen Mitwirkenden in den Räten und Kirchenverwaltungen,

die Jugendlichen in den Jugendgruppen und Jugendverbänden,

die Frauen und Männer in den vielfältigen Verbänden der Diözese,

die vielen, die Liturgie und Andacht besonders mittragen wie die Kirchenmusiker, die Ministranten und Ministrantinnen, die Lektorinnen und Lektoren, die KommunionhelferInnen,

die Mesner und Mesnerinnen,

alle, die helfen, den Glauben und das Leben der Kirche in Pfarrbriefen, in den verschiedenen Medien wie Radio, Fernsehen und Homepages sowie im Passauer Bistumsblatt in die Öffentlichkeit zu bringen,

die KünstlerInnen,

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung des Bistums und der Pfarreien,

die Frauen und Männer in den Ordensgemeinschaften des Bistums,

die Frauen und Männer im pastoralen Dienst der Kirche wie die GemeindereferentInnen und die PastoralreferentInnen,

die Diakone und die Priester

und mich, den Bischof von Passau.

Für diese und alle unsere Dienste und Berufungen beten wir.

Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria hoffend, bitten wir um geistliche Berufungen zum Dienst des Priesters, des Diakons und zur Nachfolge im Ordensleben. Wir bitten um Berufungen für die verschiedenen kirchlichen Dienste. Wir beten füreinander, dass Gottes Geist alle erfülle und begleite. Wir bitten darum, dass wir alle gemeinsam durch die Zeit gehen, geeint als Kirche von Passau. Wir bitten, dass in uns immer neu ein missionarischer Geist erwacht, der uns besonders zu den Menschen in Not führt und zu denen, die Christus noch nicht kennen. Wir wollen so unsere Welt und unsere Kirche mitgestalten verbunden mit unserem Herrn Jesus Christus, und nach Kräften seinen Auftrag erfüllen, in die Welt hinaus zu gehen und das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden.

Auf die Fürsprache der Gottesmutter von Mariahilf vertrauend, beten wir in dieser Woche für unsere Schöpfung und dafür, dass wir Christen sie sinnvoll gebrauchen zum Wohl der Menschen und sie zugleich achten als Geschenk unseres Schöpfers.

Als Bischof von Passau bitte ich aber auch alle Gläubigen, zusammen mit mir und meinen Anliegen zu beten: besonders um einen neuen Aufbruch des Glaubens in allen Generationen. Ich bitte um das fürbittende Gebet aller, damit ich mein Amt zum Segen und Heil für alle Gläubigen ausüben kann.

In diesem Geist soll heuer und künftig jedes Jahr an dem Freitag, der acht Tage vor der Priesterweihe gelegen ist, die Maria-Hilf-Woche begonnen und gefeiert werden.

 

In diesem Jahr beginnt sie am Freitag, den 24. Juni 2016, dem Hochfest

der Geburt des Heiligen Johannes des Täufers, um 19.30 Uhr mit einer

Eucharistiefeier, gestaltet als Nightfever-Gottesdienst

im Hohen Dom St. Stephan in Passau.

Die Maria-Hilf-Woche endet am Samstag, den 2. Juli 2016.

Da in diesem Jahr für das Bistum keine Priesterweihe gefeiert werden

kann, soll an diesem Tag das Gebet um Geistliche Berufungen im

Vordergrund stehen.

Herzlich lade ich alle Gläubigen zum Gebet und zur Mitfeier der Maria-Hilf-Woche ein. Möge diese Woche uns noch inniger in die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott führen. Möge sie uns alle ermutigen, starke Gemeinschaft im Glauben zu sein, mutige Kirche, die im Heute den Glauben lebt und die Welt segensreich mitgestaltet.

O Maria hilf – o Maria hilf doch mir – o Maria hilf uns allen!

Dies soll geschehen – + im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Nach dieser feierlichen Eröffnung der Maria-Hilf-Woche entzündete der Bischof eine Kerze, die in der diesjährigen Maria-Hilf-Woche vom 24. Juni bis 2. Juli in der Wallfahrtskirche Mariahilf ununterbrochen brennen wird. Ein weiterer wichtiger Punkt dieser pontifikalen Maiandacht war die Weihe des Bistums Passau an die Gottesmutter. Dem folgte die Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten, und nach dem Eucharistischen Segen stimmten alle in das Magnifikat-Lied „Den Herren will ich loben“ ein.

Im Anschluss an die Maiandacht waren alle zu einer Begegnung eingeladen, zu der ein Imbiss gereicht wurde.