Traditionelle Stadtwallfahrt nach Mariahilf am Sonntag, 12. September, dem Fest „Mariä Namen“

PNP Nr. 213, Dienstag, 14. September 2010, S.20

Im Frieden mit sich und der Welt

Lichterprozession nach Mariahilf

Von Barbara Osdarty

Ein Lichtermeer erstrahlte am Sonntagabend im Wallfahrtshof von Mariahilf: Mehrere hundert Gläubige feierten mit Bischof Wil­helm Schraml, Wallfahrtsleiter Pa­ter Benjamin, den Paulinerpatres von Mariahilf und vielen anderen geistlichen Würdenträgern das alte kirchliche Fest „Mariä Namen”.

Von der Votivkirche aus zogen die Wallfahrer zu Fuß durch die Theresienstraße über die Marien­brücke und schließlich den Maria­hilfberg hinauf. Immer länger wur­de der Zug, denn auf dem Weg war­teten überall Menschen, die sich der Prozession anschlossen. Be­sonders eindrucksvoll war dabei das letzte, steilste Stück des Weges: Die Betenden wanderten vorbei an einer langen Schlange roter Ker­zen, die den ansonsten dunklen Mariahilfberg erhellten. Aus dieser stimmungsvollen Dunkelheit führ­te sie ihr Weg in strahlendes Licht: In den hell erleuchteten Innenhof des Klosters, wo sie vor dem Ma­rienaltar zu einer Andacht zusam­menkamen.

Die Predigt hielt Ge­neralvikar Dr. Klaus Metzl, der über die tiefere Bedeutung von Krieg und Frieden sprach: „Oft ist es nicht so, dass erst in der Bezie­hung zu anderen Unfrieden entsteht, der Unfriede steckt viel mehr in uns selbst, weil viele Menschen innerlich zerrissen sind. Doch wie Maria können auch wir diese Spannung überwinden.”

Zumin­dest an diesem Abend dürfte das vielen auch gelungen sein, denn ei­ne tiefe Ruhe erfüllte den Wall­fahrtshof, noch verstärkt durch die harmonische musikalische Beglei­tung, gestaltet von der Bläsergrup­pe und dem Chor von Mariahilf.