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Wiedereröffnung der Wallfahrtsstiege

Die Wallfahrtsstiege ist wieder geöffnet und wurde nach mehrmonatiger Renovierung von Bischof Dr. Stefan Oster SDB gesegnet und den Wallfahrergruppen und Einzelwallfahrern zum „Stiegen-Abbeten“ übergegeben.

Nach abgeschlossener Renovierung segnete Bischof Dr. Stefan Oster SDB am 26. Juni – während seiner Pontifikalen Marienandacht anlässlich der Maria-Hilf-Woche 2017 – die Wallfahrtsstiege mit folgenden Worten feierlich ein: „Vater im Himmel, zusammen mit deinem Sohn Jesus Christus und im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes rufen wir zu Dir: Segne diese neu renovierte Mariahilf-Stiege. Lass an diesem Ort die Menschen aus den Erfahrungen des Dunklen im Leben zur Hoffnung und zum Licht deiner Gegenwart finden. Hilf den Menschen dabei auf die Fürsprache der Jungfrau und Gottesmutter zu vertrauen, die wir – dank deiner Gnade – als die Hilfe der Christen anrufen dürfen. Dir sei Ehre und Lobpreis mit deinem Vater im Himmel und dem Heiligen Geist – heute und in Ewigkeit.“.

Die Wallfahrtsstiege ist wirklich ein Schmuckstück geworden. Ein besonderes Novum ist die blaue Deckenfarbe. Unten beim alten Kreuz aus dem ehemaligen Kapuzinerkloster blickt man hinauf in dunkles Smalteblau, das nach oben zum Mariahilfbild bzw. zum Eingang zur Wallfahrtskirche hin in zehn fließenden Abstufungen immer heller und freundlicher wird. Pater Paul vom Paulinerkloster Mariahilf erklärt diese Schattierungen folgendermaßen: „Sehr viele Leute kommen mit Nöten, Sorgen und Problemen und beginnen dann unten zu beten – mit dem Dunkelblau. Und je näher sie zu Gott kommen, desto heller wird alles – nicht nur die Decke, auch unser Leben. Wir gehen zu Gott, und auf diesem Weg begleitet uns Maria.“

Auch die vielen Votivtafeln erhielten wieder ihren ursprünglichen Platz. Bei Problemen, in Leid und Kriegsgefahren haben sich die Gläubigen immer schon unter den Schutzmantel der Gottesmutter geflüchtet und gelobt: „Stiagn o’bet’n“. Das zieht sich schon durch fast vier Jahrhunderte, wie die Votivtafeln dokumentieren. Diese Tafeln sind ein Ausdruck echter Volksfrömmigkeit und ein äußeres Zeichen der Bitte und des Dankes. Leider wurde in Zeiten der Aufklärung mit diesen Tafeln radikal aufgeräumt. Nur wenige Votivtafeln sind aus der Zeit zuvor erhalten. Doch bald hat der Drang nach konkreter Dankbarkeit über den kalten Verstand gesiegt!

Zur angemessen würdigen Gestaltung der Wallfahrtsstiege wurden auch ein Auffrischen der Kreuzweg-Stationen vorgenommen und neue Beleuchtungsakzente gesetzt. Sogar die bereits moderige Stiegenkapelle ist zur Stiege passend renoviert worden und erhielt einen neuen Bodenbelag und eine zeitgemäße Beleuchtung mit LED-Technik.

Jetzt hofft man, dass dieser neue Zustand der Wallfahrtsstiege noch lange erhalten bleibt. In der 1862 erschienenen „geschichtlichen Beschreibung dieses berühmten Wallfahrtsortes“ des Domkapitulars und Wallfahrts-Direktors von Mariahilf, Joseph Siegler wird darauf hingewiesen: „Bei dieser Gelegenheit kann man nicht unterlassen, den dringenden Wunsch auszusprechen, dass die Votivtafeln, die etwa in Zukunft gebracht werden wollen, doch ordentlich gemalt und darum nur einem verständigen Maler zur Verfertigung übergeben werden möchten, damit sie des Aufhängens in den Räumen und Gängen der Kirche auch für würdig erachtet werden können.“ Heutzutage ist man nicht so streng: Ein Profimaler muss es nicht gleich sein, aber man bittet darum, dass keine Gegenstände mehr auf den Fensterbänken abgestellt werden, damit die Stiege durch vielerlei und bunte Votive nicht den Charakter einer Rumpelkammer erhält. Das wäre sicher nicht im Sinne der gläubigen Beter!