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Spiritualität

Jeden Besucher der Wallfahrtskirche – wohlhabend oder nicht, von Sorgen und Nöten geplagt oder nicht, von der besonderen Ausstrahlung des Ortes überzeugt oder nicht – empfängt die Mutter des Herrn mit dem gleichen freundlichen und einladenden Blick: „Schön, dass Du gekommen bist!“

Es steht jedem frei, diese Einladung immer wieder neu anzunehmen. Wer sie aber annimmt, darf darauf vertrauen, dass ihm Maria ihren Beistand nicht verweigert. Ruhe und Geborgenheit gehen vom Gesicht der Gottesmutter aus, sicher und doch zärtlich hält sie das Jesuskind in ihrem Arm. Ebenso liebevoll nimmt sie ihren Betrachter an der Hand und gibt ihm Halt und Sicherheit.

Und ganz ohne Erwartungsdruck darf man auch den letzten Blick vor dem Abschied von Mariahilf annehmen: „Ich freue mich, wenn Du mich wieder besuchst!“

O Maria hilf,
o Maria hilf!
O Maria hilf doch mir!
Ein armer Sünder kommt zu dir.
Im Leben und im Sterben
lass mich nicht verderben,
lass mich in keiner Todsünd’ sterben.
Steh mir bei im letzten Streit,
o Mutter der Barmherzigkeit!
Amen.

Im Laufe der Jahrhunderte entstanden zahlreiche Lieder und Gebete zu Ehren der Gottesmutter. Sicher nicht immer in Mariahilf „erfunden“ erfuhren sie von hier aus eine weite Verbreitung, wie das folgende

Gebet zur Mutter von der
immerwährenden Hilfe

Jungfrau, Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein eigen sein.
Dein im Leben, dein im Tod,
dein in Unglück, Angst und Not;
dein in Kreuz und bittrem Leid,
dein für Zeit und Ewigkeit.
Jungfrau, Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein eigen sein.

Mutter, auf dich hoff und baue ich,
Mutter zu dir ruf und seufze ich,
Mutter, du Gütigste, steh mir bei,
Mutter du Mächtigste, Schutz mir verleih.

O Mutter, so komm, hilf beten mir,
O Mutter, so komm, hilf streiten mir,
O Mutter, so komm, hilf leiden mir,
O Mutter, so komm und bleib bei mir.

Du kannst mir ja helfen, o Mächtigste,
du willst mir ja helfen, o Gütigste,
du musst mir ja helfen, o Treueste,
du wirst mir auch helfen, Barmherzigste

O Mutter der Gnade, der Christen Hort,
du Zuflucht der Sünder, des Heiles Pfort.
Du Hoffnung der Erde, des Himmels Zier,
du Trost der Betrübten, ihr Schutzpanier.

Wer hat je umsonst deine Hilf angefleht?
Wann hast du vergessen ein kindlich Gebet?
Drum ruf ich beharrlich in Kreuz und in Leid:
Maria hilft immer, sie hilft jederzeit.

Ich ruf voll Vertrauen in Leiden und Tod:
Maria hilft immer, in jeglicher Not.
So glaub ich und lebe und sterbe darauf;
Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

Jungfrau, Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein eigen sein.
Dein im Leben, dein im Tod,
dein in Unglück, Angst und Not;
dein in Kreuz und bittrem Leid,
dein für Zeit und Ewigkeit.
Jungfrau, Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein eigen sein.
Amen.

Mit dem Volksprediger Marcus von Aviano und dem Dichter Prokop von Templin wurde Mariahilf zum Wirkungsort herausragender Kapuziner. Achim v. Arnim und Clemens Brentano nahmen einige der Dichtungen Prokops in „Des Knaben Wunderhorn“ auf.

Das Gnadenbild
Mariä-Hülf bei Passau

Es wohnt ein schönes Jungfräulein
Bekleidet mit Samt und Seiden
Ob Passau in ein’ Kirchel klein,
Auf einer grünen Heiden,
Dort auf dem Kapuziner-Berg
In Gnaden sie verbleibet,
Mit Zeichen und mit Wunderwerk
Ihr’ meiste Zeit vertreibet.

Aus fremden Landen führt sie her
Erzherzog Leopoldus,
Ihr zu erzeigen alle Ehr’,
Das war sein’ größte Wollust.
Den schönen Sitz hat ihr bereit’
Ein edler Herr von Schwendi,
Jetzt genießt er in der Seligkeit
Ihr’ mütterliche Hände.

Auf ihrem Haupt trägt sie ein’ Kron’
Von Gold und Edelsteinen,
Von Silber ist gemacht ihr Thron,
Auf dem tut sie erscheinen,
Jesus, der wahre Gottessohn,
In ihren Armen wohnet,
Die Seel’, die ihm und und ihr tut schön,
Bleibt wohl nicht unbelohnet.

An ihr ist nichts denn Heiligkeit
Und majestätisch Leben,
Ganz englisch ist ihr’ Reinigkeit,
Demütig doch darbeneb,
Ihr Ursprung ist sehr adelig,
Von königlichem Stamme,
Ich darf sie nennen öffentlich,
Maria heißt ihr Namen.

Vor ihr die Engel neigen sich,
Weil sie Gott selber ehret,
Dienstwillig sie erzeigen sich,
Sobald sie’s nur begehret,
Die Kaiser beugen ihre Knie,
Die König’ sie schön grüßen,
Fürsten und Herrn rühmen sie
Und fallen ihr zu Füßen.

Es stehn vor ihrem Angesicht
Viel tapfre Edelknaben,
Zu ihrem Dienst dahin gericht,
Die Schild’ in Händen haben.
Wie Engel stehen ihr so nah,
Der Ablaß und die Gnade,
Die grüßen uns von ferne da,
Und hin zu ihr uns laden.

Mit vielen zarten Blümelein
Ist sie gar fein umstecket,
Mit Nägeln und mit Röselein
Wird ihr Altar bedecket,
Davon das ganze Kirchel schier
Überaus lieblich schmecket,
Damit das Volk durch solche Zier
Zur Andacht werd’ erwecket.

Oft Musikklang und Orgelspiel
Tut man da bei ihr hören,
Ämter und Litaneien viel
Haltet man ihr zu Ehren,
Ihr viel Personen immerdar
Lichter und Ampeln brennen,
Durch welche sie sich ganz und gar
Zu ihrem Dienst bekennen.

Dort sieht man durch die Sommerzeit
Prozession und Fahnen
Die Prediger nach Gelegenheit
Das Volk zur Buß’ vermahnen,
Sie reich und arm, Mann, Weib und Kind
Loben und benedeien,
Und so sie beichten ihre Sünd’,
Tut man’s ihnen verzeihen.

Allda sich in ein Klösterlein,
Nicht weit von ihr gelegen,
Viel arme Diener schließen ein
Allein von ihretwegen;
Daß sie ohn’ alle Hindernis
Der Jungfrau mögen pflegen
Und letztlich nach getaner Buß’
Erwerben ihren Segen.

Sie hat ein kleines Glöckelein,
Gar wunderschön es klinget,
Sobald es hört ein liebreichs Herz,
Vor Freuden es aufspringet;
Das Volk es locket hinaufwärts;
Wann’s in die Luft sich schwinget.

Sie liegt mir an dem Herzen mein,
Holdselig von Gebärden,
Wollt’ Gott, ich könnt’ ihr Diener sein,
Solang’ ich leb’ auf Erden,
Drum sofern ist in mir was Guts,
Und auch sogar das Leben,
Bis auf den letzten Tropfen Bluts
Will ich gern für sie geben.

Den Bogen sie mit Liebespfeil,
Die Herzen durchzuschießen,
Gespannt zu halten alleweil
Läßt sie sich nicht verdrießen.
Verbreitet ihres Sohnes Licht,
Die Seelen zu gewinnen,
Ihr’ große Macht sie darauf richt’,
Spart keinen Fleiß hierinnen.

Wer nur ansieht ihr’ schön’ Gestalt,
Der tut sich gleich verlieben,
Als wär’ an ihr Magnets Gewalt,
So wird er angetrieben,
Viel tausend Leut’ so manche Meil’
Ihr zu Gefallen reisen,
Zu kurz ist ihnen Zeit und Weil’,
Wann sie ihr Ehr’ erweisen.

Den sie nur freundlich blicket an,
Den hat sie schon gewonnen,
Ihr Anblick ihn bald fangen kann,
Kommt nimmer gern von dannen,
Nicht wenig tun bekennen das
von Bösen und von Frommen;
Meinen, es zieh’ sie weiß nichts was.
So sind sie eingenommen.

Geb’ Gott, daß stets an diesem Ort,
Sein Name werd’ gepriesen,
Daß ihm sogar mit keinem Wort
Ein’ Unehr’ werd’ bewiesen,
Das liebe Kindlein Jesus Christ,
Der Mutter zu Gefallen,
Woll’ helfen tun zu jeder Frist
All’, die zur Jungfrau wallen.

Mit dem Volksprediger Marcus von Aviano und dem Dichter Prokop von Templin wurde Mariahilf zum Wirkungsort herausragender Kapuziner. Achim v. Arnim und Clemens Brentano nahmen einige der Dichtungen Prokops in „Des Knaben Wunderhorn“ auf.

Das Gnadenbild
Mariä-Hülf bei Passau

Es wohnt ein schönes Jungfräulein
Bekleidet mit Samt und Seiden
Ob Passau in ein’ Kirchel klein,
Auf einer grünen Heiden,
Dort auf dem Kapuziner-Berg
In Gnaden sie verbleibet,
Mit Zeichen und mit Wunderwerk
Ihr’ meiste Zeit vertreibet.

Aus fremden Landen führt sie her
Erzherzog Leopoldus,
Ihr zu erzeigen alle Ehr’,
Das war sein’ größte Wollust.
Den schönen Sitz hat ihr bereit’
Ein edler Herr von Schwendi,
Jetzt genießt er in der Seligkeit
Ihr’ mütterliche Hände.

Auf ihrem Haupt trägt sie ein’ Kron’
Von Gold und Edelsteinen,
Von Silber ist gemacht ihr Thron,
Auf dem tut sie erscheinen,
Jesus, der wahre Gottessohn,
In ihren Armen wohnet,
Die Seel’, die ihm und und ihr tut schön,
Bleibt wohl nicht unbelohnet.

An ihr ist nichts denn Heiligkeit
Und majestätisch Leben,
Ganz englisch ist ihr’ Reinigkeit,
Demütig doch darbeneb,
Ihr Ursprung ist sehr adelig,
Von königlichem Stamme,
Ich darf sie nennen öffentlich,
Maria heißt ihr Namen.

Vor ihr die Engel neigen sich,
Weil sie Gott selber ehret,
Dienstwillig sie erzeigen sich,
Sobald sie’s nur begehret,
Die Kaiser beugen ihre Knie,
Die König’ sie schön grüßen,
Fürsten und Herrn rühmen sie
Und fallen ihr zu Füßen.

Es stehn vor ihrem Angesicht
Viel tapfre Edelknaben,
Zu ihrem Dienst dahin gericht,
Die Schild’ in Händen haben.
Wie Engel stehen ihr so nah,
Der Ablaß und die Gnade,
Die grüßen uns von ferne da,
Und hin zu ihr uns laden.

Mit vielen zarten Blümelein
Ist sie gar fein umstecket,
Mit Nägeln und mit Röselein
Wird ihr Altar bedecket,
Davon das ganze Kirchel schier
Überaus lieblich schmecket,
Damit das Volk durch solche Zier
Zur Andacht werd’ erwecket.

Oft Musikklang und Orgelspiel
Tut man da bei ihr hören,
Ämter und Litaneien viel
Haltet man ihr zu Ehren,
Ihr viel Personen immerdar
Lichter und Ampeln brennen,
Durch welche sie sich ganz und gar
Zu ihrem Dienst bekennen.

Dort sieht man durch die Sommerzeit
Prozession und Fahnen
Die Prediger nach Gelegenheit
Das Volk zur Buß’ vermahnen,
Sie reich und arm, Mann, Weib und Kind
Loben und benedeien,
Und so sie beichten ihre Sünd’,
Tut man’s ihnen verzeihen.

Allda sich in ein Klösterlein,
Nicht weit von ihr gelegen,
Viel arme Diener schließen ein
Allein von ihretwegen;
Daß sie ohn’ alle Hindernis
Der Jungfrau mögen pflegen
Und letztlich nach getaner Buß’
Erwerben ihren Segen.

Sie hat ein kleines Glöckelein,
Gar wunderschön es klinget,
Sobald es hört ein liebreichs Herz,
Vor Freuden es aufspringet;
Das Volk es locket hinaufwärts;
Wann’s in die Luft sich schwinget.

Sie liegt mir an dem Herzen mein,
Holdselig von Gebärden,
Wollt’ Gott, ich könnt’ ihr Diener sein,
Solang’ ich leb’ auf Erden,
Drum sofern ist in mir was Guts,
Und auch sogar das Leben,
Bis auf den letzten Tropfen Bluts
Will ich gern für sie geben.

Den Bogen sie mit Liebespfeil,
Die Herzen durchzuschießen,
Gespannt zu halten alleweil
Läßt sie sich nicht verdrießen.
Verbreitet ihres Sohnes Licht,
Die Seelen zu gewinnen,
Ihr’ große Macht sie darauf richt’,
Spart keinen Fleiß hierinnen.

Wer nur ansieht ihr’ schön’ Gestalt,
Der tut sich gleich verlieben,
Als wär’ an ihr Magnets Gewalt,
So wird er angetrieben,
Viel tausend Leut’ so manche Meil’
Ihr zu Gefallen reisen,
Zu kurz ist ihnen Zeit und Weil’,
Wann sie ihr Ehr’ erweisen.

Den sie nur freundlich blicket an,
Den hat sie schon gewonnen,
Ihr Anblick ihn bald fangen kann,
Kommt nimmer gern von dannen,
Nicht wenig tun bekennen das
von Bösen und von Frommen;
Meinen, es zieh’ sie weiß nichts was.
So sind sie eingenommen.

Geb’ Gott, daß stets an diesem Ort,
Sein Name werd’ gepriesen,
Daß ihm sogar mit keinem Wort
Ein’ Unehr’ werd’ bewiesen,
Das liebe Kindlein Jesus Christ,
Der Mutter zu Gefallen,
Woll’ helfen tun zu jeder Frist
All’, die zur Jungfrau wallen.