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Fatimatag

Den letzten Fatimatag des Jahres am 13. Oktober feierten die Gläubigen ab 18.25 Uhr in der Wallfahrtskirche mit Rosenkranz, Festgottesdienst und Andacht mit Lichterprozession.

Nach dem Rosenkranz, den Pater Sebastian mit den Gläubigen ab 18.25 Uhr betete, zogen die Priester mit Ministranten und Mädchenschola zum Gottesdienst in die Kirche ein. Den Gottesdienst leitete Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl unterstützt von Paulinerpatres und dem Festprediger, Diakon Mario Unterhuber. Pater Paul begrüßte alle Kirchenbesucher, seine Kollegen im priesterlichen Dienst und besonders den Festprediger. In seiner Statio leitete er zum Anlass dieses Festgottesdienstes über. Das Loblied auf die Gottesmutter als unserem Vorbild beim Lobpreis Gottes „sang“ auch Diakon Mario Unterhuber in seiner Predigt zum Magnifikat.

Nach der Kommunion zogen die Gläubigen aus der Kirche in den Wallfahrtshof, wo sie sich zur Lichterprozession formierten und betend und singend über den Wallfahrtsweg zurück zum Freialtar im Wallfahrtshof zogen. Die Andacht leitete Pater Paul, der auch den abschließenden Eucharistischen Segen erteilte.

Kirchenchor und Mädchenschola hatten unter Leitung von Frau Huber wieder den musikalischen Part übernommen.

 

Festpredigt am Fatimatag in der Wallfahrtskirche  Mariahilf

13.10.2016

Singen Sie gerne?

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

vielleicht die Lieder zur Ehre Gottes in der liturgischen Feier oder

Lieder zu geselligen Anlässen und Feierlichkeiten!?

Singen geht unter die Haut. Wer singt, bleibt nicht an der Oberfläche. Gesang geht tiefer als das gesprochene Wort, egal ob im Gottesdienst oder bei Feiern. „Wer singt, betet doppelt“, besagt treffend ein Zitat, das dem Hl. Augustinus zugeschrieben wird.

Im eben gehörten Evangelium (Lk 1,46-55) begegnet uns ein besonderes Lied, der Lobgesang Mariens, das sog. Magnifikat: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter“. Zwar schildert Lukas ganz sachlich  „Maria sagte“, und es ist auch keine Melodie im Evangelium  überliefert, doch wird seit Alters her dieser Hymnus gesungen und ist als Lied gedacht, so tief und bewegend ist seine Bedeutung. Ein Loblied auf Gott.

Maria vertraut auf Gottes Wirken und gibt ihre Antwort im Magnifikat. Nicht durch kluges Analysieren des Geschehenen oder durch eine ausgefeilte Predigt an Elisabeth, sondern durch ein Lied drückt Maria aus, was sie Gott zutraut. Was sie ergriffen hat, das kann Maria nicht sachlich erklären. So von Gott berührt und geliebt zu werden, das lässt sich nicht erklären. Es ist nicht zu begreifen. Wenn Gott berührt, bleibt nur Freude und Jubel als Ausdruck. „Denn der Mächtige hat Großes an mit getan.“ Maria, die junge und einfache Frau aus dem Volk, hingerissen von Gottes Liebe. Das löst die Zunge: „Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.“

Und was ist da mit uns?

Bleibt uns nicht oft der Jubel, der Lobpreis Gottes, im Halse stecken?Wer kann schon singen angesichts von Terror und Hass in der Welt? Wer kann schon singen im Blick auf die leidvollen Erfahrungen, die Trauer und die Angst im persönlichen Leben? Und wer kann schon singen voller Glauben angesichts der leeren Gotteshäuser und des schwindenden Glaubens? Nein! Mit hängendem Kopf, mit Angst in den Gliedern lässt sich kein Lobgesang anstimmen!

Und Maria im Evangelium? Sie kennt die dunklen Stunden und Schmerzen, die Höhen und Tiefen des Lebens und des Glaubens. Ihr Magnifikat ist kein „Friede-Freude-Eierkuchen“- Lied oder ein Singen durch die rosarote Brille. Maria glaubt. Trotz allem. Für sie hat Gott das letzte Wort. Für sie ist Gott im Kommen, im Wachsen. Sie ist schwanger mit Gottes Sohn. Sie ist guter Hoffnung. Ihr Lied ist ein Lied des Vertrauens, denn Gott kommt zur Welt.

Trotz der Hochstimmung und des Jubels haben Mariens Worte Sprengkraft. Ihr Lobgesang gilt einem Gott, der nicht alles so belässt, wie es ist. Wo Gott ist, da wird manches auf den Kopf gestellt. Das Gewohnte wird hinterfragt. Gebeugte werden aufgerichtet, Hungrige satt und Mächtige in die Schranken gewiesen. Wo Gott ist, da ist Gerechtigkeit und Erbarmen.

Nicht entweder oder, wie wir Menschen es oft denken und wollen. Gerechtigkeit und Erbarmen – bei Gott geht beides zusammen. So wird das Magnifikat zum Lied der Umkehr.

Eine Anfrage an uns, wo unser Glaube, wie ihn uns Maria kündet, konkret wird. Praktisch und handgreiflich zum Wohl der Menschen und zur Ehre Gottes. Wo sind wir bereit zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Gottes Gerechtigkeit und seinem Erbarmen zu werden!

So geschieht Umkehr hin zu Gottes Vision einer besseren Welt.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

die Gottesmutter Maria ehren und lieben, kann  für uns bedeuten: mit ihren Worten, dem Magnifikat, Gott zu loben und ihre Worte im Alltag konkret werden zu lassen. Ihr Gesang geht in die Tiefe unserer Existenz. Ihre Worte wollen uns berühren und zu dem Gott bringen, dem sie ihr Leben geschenkt hat. Ihr Lied ist uns Trost und Herausforderung.

Amen.