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Fatimatag

Festlich mit Rosenkranzgebet, feierlicher Hl. Messe und anschließender Andacht wurde der Fatimatag am Mittwoch, dem 13. Juli gefeiert. Hauptzelebrant war Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, und die Festpredigt hielt Diakon Konrad Niederländer.

Pater Sebastian betete schon vor der Hl. Messe mit der Kirchengemeinde den Rosenkranz „Das Leben Jesu“.

Zur Hl. Messe um 19.00 Uhr und der Andacht konnte Pater Paul viele Gläubige begrüßen.  Es war ihm eine Ehre, neben dem Hauptzelebranten Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl auch Bischof Jaya Rao Polimera vom Bistum Eluru in Indien und seinen Begleiter David Savarimuthu, Pfarrvikar in Regen, begrüßen zu können. Besonders freute er sich über Pfarrer Ludwig Limbrunner als Konzelebranten, der den KDFB von Langdorf mitgebracht hatte, auch über seine mitfeiernden Mitbrüder Pater Jakob und Pater Sebastian und vor allem über den Festprediger Diakon Konrad Niederländer.

Pater Paul erinnerte in seiner Begrüßungsrede an die Botschaft Mariens vom 13. Juni 1917 für Lucia von Fatima: “Mein Unbeflecktes Herz wird deine Zuflucht sein und der Weg, der dich zu Gott führen wird”. Denn Maria könne Trost und Hoffnung schenken und alle in ihre Liebe mit hineinnehmen.

Da schon zum dritten Mal das Wetter keine Lichterprozession zuließ, schloss sich dem Festgottesdienst eine Andacht mit Anbetung des Allerheiligsten an, die Pater Paul leitete. Zum Abschluss erteilte Pater Paul allen den Eucharistischen Segen. Mit der gesungenen Bitte „Segne du, Maria, segne mich, dein Kind“ endeten die Feierlichkeiten am dritten Fatimatag des Jahres.

Die musikalische Gestaltung lag in den bewährten Händen von Kirchenmusikerin Frau Melanie Huber. Unterstützt wurde sie von der Mädchenschola und dem Mariahilfer Kirchenchor.

Predigt Fatimatag Mariahilf

13. Juli 2016

 

Liebe Schwestern und Brüder,

wir haben gerade im Evangelium ein Dankgebet – ja nahezu einen Jubelruf Jesu zum Vater gehört: „Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast“.

Die Weisen und Klugen haben nichts begriffen, die einfachen Menschen, die Leute aus dem Volk, verstehen die Botschaft Jesu.

Maria, eine einfache Frau aus dem Volk, hat sich auf diesen Ruf Gottes eingelassen und wir ehren sie seit jeher als Mutter und Fürsprecherin bei Gott. In Maria ist Gottes Werk an deutlichsten geworden; in ihr hat Gott wirken können, was er auch in uns wirkt und noch weiterwirken möchte.

So kann uns, liebe Schwestern und Brüder, Maria auch heute für unser Leben ein Vorbild sein: Als der Engel zu ihr sagte, dass sie die Mutter des Herrn werden sollte, hat sie zunächst gefragt: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann habe?“ Aber auf die Zusage, dass bei Gott nichts unmöglich ist, willigte Maria in die ihr zugedachte Rolle ein, Mutter des Sohnes des Höchsten zu werden. Sie hat nicht gezögert oder gar abgelehnt, sie hat nicht gesagt, ich kann oder will das nicht, sondern sie sagte: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach seinem Wort!“ Maria hat den Ruf Gottes angenommen, sie war offen und ansprechbar, auch für das Unerwartete. Sie wird die Mutter des Herrn.

So ist Maria für uns alle heute ein Vorbild, für Frauen und Männer, für all die Herausforderungen, in die wir hineingestellt sind. Heute sind wir gefordert, den Ruf Gottes anzunehmen und beizutragen für eine bessere Welt.

Wenn wir als Mütter und Väter heute das unseren Kindern vermitteln können, dann so meine ich, dürfen wir Vertrauen haben in dieser Zeit des Wandels, Vertrauen in die Zukunft.

So ist es gut, wenn wir alle uns einmal wieder daran erinnern, wenn sich die ganze Gesellschaft daran erinnert, was wir unseren Eltern zu verdanken haben.

Es ist das entscheidende für die Entwicklung, für das Gedeihen eines Menschen, dass er von Anfang an, von Geburt an hineinwachsen darf in eine Welt der Liebe und der Geborgenheit.

Der kleine Mensch braucht nichts so sehr die Zuwendung und Zeit in einer festen familiären Umgebung, damit er sich in Ruhe entwickeln kann, Urvertrauen fassen kann zur Welt und zu einer Persönlichkeit heranwächst, die ihrerseits auch wieder Positives weitergibt, etwas tut für die Menschen und die Welt.

Und in wessen Händen liegt es, dass immer wieder neu solche Menschen heranwachsen und unsere Gesellschaft erhalten? – In den Händen der Familien und darin ganz besonders der Mütter.

Liebe Schwestern und Brüder, zu dem Unvergleichlichen und Unersetzlichen, was Mütter für ihre Kinder und damit für die gesamte Gesellschaft tun, gehört auch die Weitergabe des Glaubens. Die Eltern – und besonders die Mütter sind die ersten und wichtigsten Glaubensboten für die Kinder. Wir alle haben den Glauben nicht gelernt vom Pfarrer oder von der Religionslehrerin; wir haben ihn gelernt bei der Mutter, die abends am Bett mit uns gebetet und uns das erste Mal von Gott erzählt hat.  Das religiöse Fundament wird in der Kindheit gelegt, und was hier unterlassen wird, ist später nur schwer zu ersetzen, das gelingt auch nicht mehr in der Erstkommunion- oder Firmvorbereitung.

Darum möchte ich gerade den jungen Eltern ans Herz legen: Geben Sie dem Glauben Platz in ihrem Familienleben, das heißt vor allem: dem täglichen Gebet. Und wer das versucht, wird auch bald merken, welcher Segen das ist und welche Bereicherung, wenn Gott in der Familie gegenwärtig ist; wie man dadurch auch entlastet und getragen ist in der Sorge um die Kinder und die Familie.

Wenn heute so viele Familien kaputtgehen: Liegt es nicht auch daran, dass das Fundament des Glaubens fehlt?

Mutter Teresa, die in wenigen Wochen heiliggesprochen wird, sagt es so: „Eine Familie, die zusammen betet, hält auch zusammen“.

Und aus welcher Fülle wir schöpfen können, liebe Schwestern und Brüder, zeigt uns Maria, die, als sie die Botschaft des Engels erfasst, zu ihrer Verwandten Elisabeth eilt und in das Magnificat einstimmt. Es ist ein großer Text, der in der Kirche jeden Tag gebetet wird. Er ist der Schlüsseltext unseres christlichen Glaubens geworden:

Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinem Retter…

Der große Gott, der unendlich groß ist, ist der Schöpfer des Alls, der nicht zu fassen ist im kleinen menschlichen Verstand. Dieser Gott wendet sich uns zu, er scheint in unsere Welt hinein, er erhellt unseren Alltag.

…denn auf die Niedrigkeit deiner Magd hat er geschaut…

Wie oft fühlen WIR uns klein, klein und niedrig, und trotzdem dürfen wir diesen Schein nicht vergessen. Gott ist bei uns, er trägt uns!

…Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen…

Auch in unserer eigenen Arbeit, in unserem täglichen Leben, in unserem Alltag begegnen wir oft Hochmut und Niedrigkeit. Es gilt von Gott die Zusage, dass wir erhöht werden, stark gemacht werden. Wir müssen dies weiterführen, indem wir Gottes Stimme erklingen lassen und uns für andere einsetzen, die weniger haben, denen es nicht so gut geht.

…er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig…

Diese Zuverlässigkeit, diese Beständigkeit und Treue, die Gott uns schenkt, müssen auch wir weitergeben, an die Menschen, die uns anvertraut sind, an unsere Kinder, aber auch an unsere Freunde und Nachbarn, an die Arbeitskollegen und an alle Menschen, die uns im Leben begegnen. Das ist die Verantwortung, die wir als Christen haben.

Ich wünsche uns allen, liebe Schwestern und Brüder, das Gottvertrauen und die Offenheit, wie sie uns Maria gezeigt hat, damit wir die Freude des Glaubens hineinstrahlen können in unsere Familien, in die Welt, damit auch unser Geist jubelt über Gott, unseren Retter.

Amen!

Diakon Konrad Niederländer