Karfreitag

Am Karfreitag, dem 3. April, um 15.00 Uhr, zur Todesstunde Christi, fanden sich viele Gläubige in der Wallfahrtskirche Mariahilf ein, um mit Pater Jakob, Prof. Dr. Dr. Stefan Mückl und Pater Zbigniew des Leidens und Sterbens Jesu zu gedenken.

Vor Beginn der Zeremonien wurde der dreiteilige Ablauf der Karfreitagsliturgie erklärt, der sich seit den ersten Jahrhunderten kaum verändert hat. So zeigt etwa das Johannesevangelium besonders deutlich, dass Jesus seinen Weg bewusst und freiwillig ging. Außerdem findet sich dort der Hinweis, dass Jesus in jener Stunde starb, in der im Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet wurden – ein Hinweis darauf, dass Christus das wahre Osterlamm ist.

Die Liturgie selbst begann in Stille. Die Zelebranten – Hauptzelebrant Pater Jakob und die Konzelebranten Prof. Dr. Dr. Stefan Mückl und Pater Zbigniew – zogen mit den Ministranten in die Kirche ein und warfen sich als Zeichen tiefster Ehrfurcht und Trauer vor dem abgeräumten Altar auf den Boden.

In der Predigt lenkte Pater Jakob den Blick auf Probleme der Gegenwart: auf die vielen bekannten und auch weniger bekannten Kriege, auf Gewalt und politische Spannungen. Auch das persönliche Leid sprach er an und stellte fest, dass es wohl Gottes Heilsplan gewesen sei, dass sein Sohn Jesus Christus diesen brutalen Tod erleiden musste. Denn in seinem Leiden sei „Christus allen nahe, die Unrecht, Verfolgung oder Krankheit erleiden“, und das schenke die Kraft, das eigene Kreuz im Vertrauen auf die Auferstehung anzunehmen. Zugleich betonte Pater Jakob, dass dies die Christen nicht davon entbinde, Unrecht immer wieder anzuklagen und sich für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen.

Nach den Großen Fürbitten wurde das Kreuz feierlich enthüllt und zur Verehrung erhoben. Die Gläubigen legten Blumen zu Füßen des Kreuzes nieder. Zur Kommunion wurde das Allerheiligste zum Altar übertragen und nach der Kommunionausteilung in einer Prozession in die Seitenkapelle gebracht, wo die Gläubigen bis 20.00 Uhr zur stillen Anbetung verweilen konnten.

Unter der Leitung der stellvertretenden Domkapellmeisterin Brigitte Fruth begleitete der Projektchor Mariahilf ob Passau die Feier musikalisch mit festlichen Motetten und bekannten Passionsliedern zum Mitsingen.