Fatimatag
Zahlreiche Gläubige versammelten sich am Montagabend, dem 13. Juli, in der Wallfahrtskirche Mariahilf, um gemeinsam den Rosenkranz zu beten, die Eucharistie zu feiern und anschließend an einer Lichterprozession mit Marienandacht teilzunehmen. Hauptzelebrant und Festprediger war Domvikar Pfarrer Adi Ortmeier, Krankenhausseelsorger am Klinikum Passau, Konzelebrant der Wallfahrtsrektor von Mariahilf, Paulinerpater Jakob.
Bereits um 18.25 Uhr versammelte sich am Montagabend die Gemeinde in der Wallfahrtskirche Mariahilf zum Rosenkranzgebet, bevor um 19.00 Uhr der feierliche Festgottesdienst begann.
Wallfahrtsrektor Pater Jakob begrüßte die Gottesdienstbesucher herzlich und hieß insbesondere den Hauptzelebranten und Festprediger, Domvikar Pfarrer Adi Ortmeier, willkommen. Zugleich erinnerte er an die dritte Marienerscheinung von Fatima im Jahr 1917, bei der die Gottesmutter die Hirtenkinder eindringlich zu Gebet, Umkehr und Buße aufgerufen hatte. Gerade in einer Zeit voller Unsicherheit, Konflikte und persönlicher Sorgen habe diese Botschaft nichts von ihrer Aktualität verloren. Maria lade dazu ein, das Vertrauen neu auf Christus zu setzen und um Frieden in den Herzen, in den Familien und unter den Völkern zu beten.
Nach der Eröffnung des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Adi Ortmeier für die Einladung nach Mariahilf. Er schilderte seine persönliche Verbundenheit mit dem Wallfahrtsort, den er bereits seit seiner Kindheit gemeinsam mit seinen Eltern immer wieder aufgesucht habe – besonders in Zeiten der Sorge, um Trost und Hilfe bei der Gottesmutter zu finden.
Ausgehend vom Evangelium über die Begegnung Mariens mit Elisabeth stellte Pfarrer Adi Ortmeier in seiner Predigt den Lobgesang Mariens, das Magnifikat, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Seit nahezu 2.000 Jahren werde dieser Lobpreis täglich in der Kirche gebetet und gesungen. Das Magnifikat sei weit mehr als ein Danklied; es sei Ausdruck einer Hoffnung, die bis heute nichts von ihrer Kraft verloren habe. Maria besinge einen Gott, der die Welt nach seinen Maßstäben erneuere: Er richte die Niedrigen auf, schenke den Hungernden seine Gaben und stelle menschliche Machtverhältnisse in Frage. Mit eindringlichen Worten spannte Domvikar Ortmeier den Bogen in die Gegenwart. Angesichts von Machtmissbrauch, Unterdrückung und gezielter Desinformation gewinne Marias Botschaft neue Aktualität. Gott offenbare sich nicht durch Macht und Gewalt, sondern komme in der Demut eines Kindes zur Welt. Zugleich hob der Prediger die herausragende Rolle Mariens und der Frauen in der Heilsgeschichte hervor. Gott habe einer Frau die einzigartige Aufgabe anvertraut, seinen Sohn zur Welt zu bringen. Das Magnifikat sei deshalb zugleich ein Lied der Hoffnung und des Widerstands gegen Resignation und Ungerechtigkeit. Es halte die Sehnsucht nach Gottes Gerechtigkeit wach und ermutige dazu, sich nicht mit den Verhältnissen abzufinden. Wer diesen Lobgesang bete, schöpfe Kraft, Verantwortung zu übernehmen, für Gerechtigkeit einzutreten und die Hoffnung nicht aufzugeben. Mit Maria dürften Christinnen und Christen darauf vertrauen, dass Gott auch heute Großes wirke.
Zum Abschluss der Eucharistiefeier sprach Pater Jakob allen Mitwirkenden seinen herzlichen Dank aus. Sein besonderer Dank galt Domvikar Pfarrer Adi Ortmeier für die würdige Feier der Heiligen Messe und seine tiefgehende Predigt. Ebenso dankte er der stellvertretenden Domkapellmeisterin Frau Brigitte Fruth sowie der Bläsergruppe Mariahilf unter der Leitung von Herrn Michael Beck für die festliche musikalische Gestaltung. Ein herzliches Vergelt’s Gott richtete er außerdem an den Lektor, die Ministranten für ihren treuen Dienst am Altar sowie an die zahlreichen Gläubigen für ihr gemeinsames Beten und ihre Treue zur Gottesmutter Maria. Die anschließende Lichterprozession, so Pater Jakob, bringe die Verbundenheit mit den Pilgerinnen und Pilgern in Fatima zum Ausdruck und setze ein hoffnungsvolles Zeichen des Glaubens und des Friedens.
Im Anschluss an den Gottesdienst zog die Gemeinde zum Freialtar. Pater Jakob leitete die Marienandacht mit Lichterprozession und spendete zum Abschluss den eucharistischen Segen.
