Ostersonntag
Am Ostersonntag, dem 5. April, um 10.00 Uhr feierte man in der Wallfahrtskirche Mariahilf einen festlichen Gottesdienst, dem Pater Zbigniew als Hauptzelebrant vorstand.
Schon zu Beginn des 10.00 Uhr-Gottesdienstes am Ostersonntag erinnerte Pater Zbigniew daran, dass die Kirche an diesem Tag das wichtigste Geheimnis des Glaubens begehe: die Auferstehung Jesu Christi. Sie sei die Quelle des christlichen Glaubens und bleibe bis heute ein Zeichen dafür, dass Christus die Macht des Todes endgültig gebrochen habe. Gottes Wille sei es, den Menschen gerade in unsicheren Zeiten neue Hoffnung zu schenken.
Pater Zbigniew spannte in seiner Predigt einen Bogen vom Verhalten kleiner Kinder zu dem der Erwachsenen. Wie Kinder trotz guter Ratschläge oft ihren eigenen Weg gehen, so neigten auch Erwachsene dazu, Gottes Weisungen zu überhören. Auch die Jünger Jesu hätten die Wege Gottes zunächst nicht verstanden. Obwohl Christus mehrfach seine Auferstehung angekündigt hatte, erinnerte Pater Zbigniew daran, dass sie erst glaubten, als sie das leere Grab sahen oder dem Auferstandenen begegneten. Sie glaubten erst, als sich ihre Augen des Herzens öffneten, betonte Pater Zbigniew, und stellte fest: Gott erfülle seine Verheißungen, nicht die Erwartungen der Menschen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt war das Thema Leid. Jeder Mensch kenne „Karfreitage“ im eigenen Leben, deren Sinn sich oft erst später erschließe. Leiden bleibe ein Geheimnis, konstatierte Pater Zbigniew, doch im Licht des Kreuzes Christi sei es tragbar. Jesus selbst habe alle Formen menschlicher Not durchlebt: Armut, Flucht, harte Arbeit, Ablehnung, Einsamkeit, ungerechte Anklagen und schließlich den Kreuzestod. Deshalb könne sich in seinem Weg jeder von uns selbst wiederfinden.
Pater Zbigniew sprach auch über das Gottesbild vieler Menschen. Wer ein verzerrtes Bild Gottes habe, empfinde Religion als Belastung. Wer jedoch an den wahren Gott glaube, finde im Glauben besonders in schweren Zeiten Halt und Hoffnung. Für Christen sei klar: Alles führe letztlich zur Auferstehung.
Zum Abschluss ging Pater Zbigniew auf das Evangelium des Tages ein. Der Evangelist Johannes berichte im Tagesevangelium, dass er selbst als Erster an die Auferstehung geglaubt habe. Auffallend sei, dass die Evangelien die Gottesmutter an dieser Stelle nicht erwähnen. Als Grund äußerte Pater Zbigniew seine Vermutung, dass Maria nie gezweifelt habe. Johannes’ Glaube sei aus seiner besonderen Nähe zu Jesus erwachsen, die sich beim letzten Abendmahl, unter dem Kreuz und durch die Aufnahme Mariens in sein Haus zeige. „Auch wir brauchen diese persönliche Nähe zu Christus“, so Pater Zbigniew, „damit wir im Alltag das Licht des Ostersonntags erkennen.“.
Musikalisch wurde der Gottesdienst feierlich gestaltet – durch Solisten, dem Projektchor und den Instrumentalisten Mariahilf ob Passau. Unter der Leitung der stv. Domkapellmeisterin Frau Brigitte Fruth erklang Wolfgang A. Mozarts „Missa brevis in C“, die sog. „Spatzenmesse“, die der Feier einen besonders festlichen Rahmen verlieh. Die Kirchenbesucher zeigten nach dem Festgottesdient durch Klatschen und sogar Jubeln ihre Begeisterung über die musikalischen Darbietungen.
