Festakt mit Segnung der renovierten Kirchturmkreuze
Am Freitag, dem 15. Mai, fand im Wallfahrtshof der Wallfahrtskirche Mariahilf ab 11.00 Uhr ein feierlicher Festakt zur Segnung der beiden neu restaurierten Turmkreuze statt. Die Feier wurde von Domdekan Dr. Hans Bauernfeind gemeinsam mit Pater Jakob geleitet. Zahlreiche Mitwirkende und Gäste nahmen an der Zeremonie teil, darunter Vertreter der am Bau beteiligten Firmen sowie Gläubige, die die Außenrenovierung der Kirche aufmerksam begleiten. Die stv. Domkapellmeisterin Frau Brigitte Fruth sorgte durch die Auswahl und das Anstimmen von passenden Liedern für die musikalische Begleitung.
Zu Beginn begrüßte Domdekan Dr. Hans Bauernfeind die Anwesenden und richtete seinen Dank an alle, die durch handwerkliche, planerische oder finanzielle Beiträge an der Außensanierung der Wallfahrtskirche beteiligt sind. Er betonte, dass die beiden Turmkreuze sorgfältig restauriert wurden und künftig wieder weithin sichtbar über der Stadt Passau erstrahlen können. Damit, so der Domdekan, werde nicht nur ein architektonisches Zeichen gesetzt, sondern auch ein geistliches: Die Kreuze seien Ausdruck des Segens Gottes, der von diesem Ort ausgehe.
In seiner Predigt schilderte Dr. Bauernfeind seine Eindrücke vom Besuch der Baustelle und würdigte die anspruchsvolle Arbeit der Handwerker, die in großer Höhe und mit beeindruckender Präzision tätig seien. Er hob hervor, wie viel Fachwissen, Sorgfalt und Engagement in die Erneuerung der Kirche einfließen. Die Silhouette der Wallfahrtskirche, die seit Jahrhunderten Pilgerinnen und Pilger anzieht, sei ein prägendes Bild für die Stadt Passau und ein sichtbares Zeichen des Glaubens.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Domdekan den beiden Turmkreuzen und ihren Inschriften. Das Kreuz mit den Buchstaben „IHS“ verweise auf den Namen Jesu und seine Bedeutung als Sohn Gottes und Retter. Das zweite Kreuz trage den Namen „Maria“ und erinnere an die zentrale Rolle der Gottesmutter, die im Gnadenbild der Kirche dargestellt ist und die Gläubigen zu Christus hinführt. Beide Kreuze, so Dr. Bauernfeind, würden die geistliche Botschaft der Wallfahrtskirche nach außen tragen und dazu einladen, im Glauben Halt, Trost und Orientierung zu finden.
Der Domdekan stellte zudem den Bezug zum Johannesevangelium her, in dem die Erhöhung des Menschensohnes als Quelle des Heils beschrieben wird. Wie die Israeliten in der Wüste zur erhöhten Schlange aufblickten und Rettung fanden, so sollten auch die Menschen heute im Blick auf das Kreuz Hoffnung, Vergebung und Heil erfahren. Die Segnung der Kreuze sei daher ein Zeichen der Dankbarkeit verbunden mit der Bitte, dass sie vielen Menschen zum Segen werden mögen.
Zum Abschluss dankte Dr. Bauernfeind allen an der Kirchen-Außenrenovierung Beteiligten für ihren Einsatz und ihre Mitwirkung an der Außen-Erneuerung der Wallfahrtskirche. Die Segnung der Kreuze bilde einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Vollendung der Außensanierung, die das Erscheinungsbild der Kirche für die kommenden Jahrzehnte prägen würde.
Nach der Predigt erfolgte die feierliche Segnung der Kreuze. Sie wurden mit Weihwasser besprengt. Mit diesem liturgischen Abschluss ging der Festakt in den weltlichen Teil über, der den Ansprachen gewidmet war.
Ansprache des Wallfahrtsrektors Pater Jakob Zarzycki:
Pater Jakob betonte die historische Bedeutung des Tages, an dem die sanierten Türme der Wallfahrtskirche ihre Kreuze zurückerhalten – als sichtbare Zeichen des Glaubens, der Beständigkeit und der Hoffnung. Die Monogramme Christi und Mariens auf den Kreuzen würden auf den Himmel als unsere künftige Heimat verweisen. Dazu informierte Pater Jakob, dass in die Turmkugeln Dokumente, Erinnerungsstücke und zeittypische Gegenstände eingelegt werden, die späteren Generationen Einblick in das heutige Leben, Arbeiten und Glauben geben sollten. Außerdem sprach er seinen tiefen Dank an das Bistum Passau, besonders an Bischof Dr. Stefan Oster und an die Verantwortlichen des Ordinariats sowie an alle Firmen, die er namentlich erwähnte. Ohne ihre Unterstützung, Verbundenheit und Opferbereitschaft sei ein solches Projekt nicht möglich. Die Kreuze auf den Türmen, so Pater Jakob, sollten auch künftig daran erinnern, dass Gemeinschaft und Glaube stärker seien als die Vergänglichkeit der Zeit.
Ansprache des Projektleiters Thomas Graßl:
Projektleiter Thomas Graßl hob die besondere Atmosphäre dieser Baustelle hervor. Die Wallfahrtskirche sei ein außergewöhnlicher Ort, an dem alle Beteiligten mit großem Engagement und meisterhaftem Können zusammenarbeiten. Er dankte den Handwerkern und lobte die hervorragende Kooperation mit dem Diözesanbauamt, mit dem Domdekan Dr. Bauernfeind und mit dem Wallfahrtsrektor Pater Jakob.
Ansprache des Diözesanbaumeisters Jochen Jarzombek:
Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek erläuterte die Bedeutung der Turmkugeln, die jeweils eine Kapsel mit zeittypischen Dokumenten und Unterlagen enthalten werden – darunter eine aktuelle Tageszeitung, das Bistumsblatt, Angaben zum Ordinariat, Informationen zur Wallfahrtskirche, eine handgeschriebene Urkunde auf säurebeständigem Papier sowie eine zweite Urkunde, auf der die beteiligten Firmen vermerkt sind.
Herr Jarzombek bat abschließend die anwesenden Vertreter des Bistums sowie die beteiligten Firmen, die jeweilige Urkunde zu unterzeichnen, um die Dokumentation dieses historischen Bauabschnitts zu vervollständigen.
Zum Ende des Festakts lud Domdekan Dr. Bauernfeind im Namen des Wallfahrtsrektors alle Anwesenden zum geselligen Beisammensein ein – zu Gesprächen, Austausch und gemeinsamer Freude über diesen bedeutenden Schritt der Sanierung. Mit dem traditionellen Ruf „Gelobt sei Jesus Christus“ und einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ endete die feierliche Veranstaltung.
Text der Urkunde:
Im Jahr zweitausend und zwanzig und sechs nach der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, im 1. Jahr des Pontifikates Papst Leos XIV. und im 12. Jahr des Episkopates Bischof Dr. Stefan Osters SDB, in der Zeit, da Dr. Hans Bauernfeind, Domdekan und Pater Jakob Zarzycki OSPPE Wallfahrtsrektor war, wurde am 15. Mai 2026 diese Urkunde aus Anlass der umfangreichen Außenrenovierung der Wallfahrtskirche Mariahilf ob Passau in die Turmkugel der Wallfahrtskirche eingelegt. Dies geschah in Anwesenheit des Generalvikars
Josef Ederer, des Domdekans Dr. Hans Bauernfeind, des Diözesanbaumeisters Jochen Jarzombek und weiterer Gäste.
Die Wallfahrtskirche Maria Hilf wurde zwischen 1624 und 1627 errichtet. Sie beherbergt das Gnadenbild
„Maria Hilf“, das in ganz Mitteleuropa verehrt wird. Im Vertrauen auf die Gottesmutter und zum Lobpreis Gottes richten Männer, Frauen und Kinder seit Jahrhunderten ihre Bitten und ihren Dank an das Gnadenbild. Sie erkennen in dem Gnadenbild einen zutiefst glaubwürdigen Mittler ihrer Gebete.
2002 wurde den Paulinern die Seelsorge in der Wallfahrtskirche Maria Hilf anvertraut. Der Orden beruft sich auf den Hl. Paulus von Theben und wurde im 13. Jahrhundert in Ungarn gegründet. In der Gottesmutter
Maria erkennen die Pauliner die Schutzpatronin ihres Ordens; sie verehren sie in besonderer Weise und wirken im Bistum Passau nicht nur in Maria Hilf, sondern auch in Altötting.
Die Wallfahrtskirchenstiftung hat die umfangreiche Außenrenovierung in Höhe von insgesamt 1.200.000 Euro genehmigt und getragen.
Beigefügt werden dieser Urkunde ein aktuelles Exemplar des Passauer Bistumsblattes, eine tagesaktuelle Ausgabe der Tageszeitung PNP, eine kurze Maßnahmenbeschreibung, eine Liste der Projektbeteiligten und ein Satz der im Umlauf befindlichen Münzen.
Gott segne Passau und die Wallfahrtskirche Maria Hilf
Passau zum 15. Mai 2026
