Festgottesdienst am Hochfestes der hl. Apostel Petrus und Paulus zu Ehren des hl. Kapuzinerbruders Konrad von Parzham
Am Montag, dem 29. Juni, wurde in der Wallfahrtskirche Mariahilf im Rahmen der Maria – Hilf – Woche das Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus gefeiert. Gleichzeitig gedachte man des heiligen Kapuzinerbruders Konrad von Parzham, eines wichtigen Patrons der Diözese Passau. Die Eucharistiefeier stand unter dem Vorsitz von Pfarrer Gunther Drescher, dem Pfarrer im Pfarrverband Bad Griesbach und Kustos des Bruder – Konrad – Geburtshauses. Mit ihm konzelebrierten Domdekan Dr. Hans Bauernfeind, Professor Dr. Stefan Mückl und Pater Jakob vom Paulinerkloster.
Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Pater Jakob die Gläubigen und erinnerte an die Bedeutung der Apostelfürsten Petrus und Paulus sowie an das demütige Wirken Bruder Konrads, der als Pförtner in Altötting vielen Menschen mit großer Hingabe diente und auch mehrmals nach Mariahilf pilgerte. Besonders dankte er dem Hauptzelebranten und Festprediger Pfarrer Gunther Drescher, der Reliquien des heiligen Bruders Konrad mitgebracht hatte, aber auch dem Domdekan Dr. Hans Bauernfeind als Organisator der Maria – Hilf – Woche, Professor Mückl sowie den Vertretern des Bruder – Konrad – Vereins e. V. aus Bad Griesbach. Alle Gottesdienstbesucher lud er dazu ein, den Gottesdienst bewusst mitzufeiern und die persönlichen Anliegen vor Gott zu bringen.
Pfarrer Gunther Drescher erinnerte im Anschluss daran, dass am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus zwei sehr unterschiedliche große Gestalten der frühen Kirche gefeiert werden, die aber gemeinsam das Fundament der Kirche bilden. Das Leben der beiden Apostel zeige, dass Gott seine Geschichte nicht mit perfekten Menschen schreibt, sondern mit gewöhnlichen Menschen, die zweifeln, scheitern, neu beginnen und sich von ihm führen lassen. In diesem Zusammenhang verwies Pfarrer Drescher auch auf den heiligen Bruder Konrad von Parzham, dessen Glaubenszeugnis in der Diözese Passau eine besondere Bedeutung hat. Wie Petrus und Paulus sei auch Bruder Konrad ein Mensch gewesen, der sich ganz in den Dienst Gottes gestellt habe. So gelte Gottes Einladung auch uns, denn Gott rufe jeden von uns in seinen Dienst.
In seiner Predigt griff Pfarrer Drescher das Bild des Schlüssels als Zeichen des Schutzes und der Hilfe auf, denn ein Schlüssel erschließe Räume und im übertragenen Sinn auch den Glauben. Dieses Symbol verband Pfarrer Drescher mit drei Gestalten: Petrus, Paulus und Bruder Konrad von Parzham. Er erinnerte daran, dass Petrus von Jesus die „Schlüssel des Himmelreiches“ erhielt, die für seinen Auftrag standen, die Kirche zu schützen, zu bewahren und den Menschen den Zugang zu Gott zu eröffnen. Auch Bruder Konrad werde häufig mit einem Schlüssel dargestellt, da er als Pförtner in Altötting Menschen nicht nur die Klosterpforte öffnete, sondern ihnen durch gemeinsames Gebet und durch seine Güte einen Zugang zum Glauben schenkte. Dem heiligen Paulus hingegen sei kein Schlüssel als Attribut zugeordnet, doch er habe ein „Schlüsselerlebnis“ erfahren, die Begegnung mit Christus auf dem Weg nach Damaskus. Auch der heilige Paulus, so erklärte Pfarrer Drescher, erschloss den Menschen seiner Zeit den Glauben und gab ihnen Orientierung. Besonders hob Pfarrer Drescher ein Wort Bruder Konrads hervor: „Das Kreuz ist mein Buch.“ Diese Betrachtung habe den Bruder Konrad zu der Feststellung geführt: „Bei der Liebe meines Gottes komme ich an kein Ende.“ Diese Erfahrung der grenzenlosen Liebe Gottes wäre für den heiligen Bruder Konrad zur Quelle der Geborgenheit und Kraft geworden. Pfarrer Drescher betonte, dass allen Gläubigen ein „Schlüssel“ anvertraut sei, der ihnen den Zugang zum Glauben, zur Freude und zur Liebe Gottes ermögliche. Gottesdienst, Gebet und die Maria – Hilf – Woche sollten dazu dienen, immer wieder Neues im Glauben zu entdecken und sich neu in Bewegung setzen zu lassen – im Sinne des Apostels Paulus, der sagen konnte: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt.“
Vor dem Segen dankte Pater Jakob Pfarrer Gunther Drescher für die Feier der Heiligen Messe und die Predigtworte, den Musikerinnen Frau Andrea Fitz (Sopran), Frau Barbara Blumenstingl (Mezzosopran und Flöte) und der stellvertretenden Domkapellmeisterin Frau Brigitte Fruth (Orgel) für die musikalische Umrahmung des Festgottesdienstes sowie den Vertretern des Bruder – Konrad – Vereins und allen Gottesdienstbesuchern für die Mitfeier. Pfarrer Drescher informierte zudem über die Orte, an denen die mitgebrachten Reliquien des heiligen Bruder Konrad aufbewahrt und verwendet werden: in der Wallfahrtskirche Maria Schutz auf dem Kronberg, in der Wallfahrtskirche St. Wolfgang, der Taufkirche des Heiligen, sowie die große Reliquie in Parzham. Darauf erteilte Pfarrer Drescher den Segen. Für den Einzelsegen mit den Bruder – Konrad – Reliquien standen Pfarrer Drescher, Professor Mückl und Domdekan Hans Bauernfeind vor dem Volksaltar bereit.
Im Wallfahrtshof erwartete die Gottesdienstbesucher auf Einladung von Pater Jakob und dem Paulinerorden ein Imbiss, verbunden mit der Gelegenheit zu Begegnung und Austausch.
