Maria-Hilf-Woche: Pontifikalgottesdienst zur Männerwallfahrt

Im Rahmen der Maria-Hilf-Woche pilgerten am Samstag, dem 4. Juli, 18 Männer von Schardenberg aus nach Passau-Mariahilf. Den Abschluss bildete ein Pontifikal-Wallfahrergottesdienst um 11.30 Uhr in der Wallfahrtskirche mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB. Konzelebrant war Domdekan Dr. Hans Bauernfeind. Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Kinder- und Jugendchor Schardenberg unter der Leitung von Frau Martina Schreiner.

Bereits zu Beginn des Gottesdienstes in der Wallfahrtskirche Mariahilf griff Bischof Dr. Stefan Oster das Leitwort der Wallfahrt auf: „Die Liebe hört niemals auf.“ Es gehe dabei um das Wesentliche des christlichen Glaubens. „Wir werden einmal danach vom Herrn angeschaut werden, ob und wie wir geliebt haben“, sagte der Bischof. Zugleich erinnerte er daran, dass jeder Mensch an Grenzen seiner Liebesfähigkeit stoße und deshalb immer wieder auf Gottes Erbarmen angewiesen sei.

In seiner Predigt würdigte Bischof Dr. Stefan Oster die inhaltliche Gestaltung der diesjährigen Männerwallfahrt. Das Begleitheft zum Thema Liebe bezeichnete er als besonders gelungen. Die Frage, wer oder was die Liebe sei, wie sie gelernt und eingeübt werden könne und wie sie den Menschen herausfordere, begleite das ganze Leben. Ausgangspunkt seiner Auslegung war das Hohelied der Liebe aus dem ersten Korintherbrief. Der bekannte Text gehöre zu den schönsten der Heiligen Schrift, sei zugleich aber auch einer der anspruchsvollsten. Denn die Wirklichkeit des menschlichen Lebens stehe oft im Gegensatz zu den Worten des Apostels Paulus: Liebe höre eben häufig doch auf, Menschen seien nachtragend und suchten nicht selten ihren eigenen Vorteil.

Bischof Dr. Stefan Oster lenkte den Blick auf die Liebe, die Christus selbst vorgelebt hat. Das Evangelium stelle den Menschen vor eine „Maßlosigkeit der Liebe“, die menschliche Möglichkeiten übersteige. Er erinnerte an Jesu Aufforderung, die andere Wange hinzuhalten, eine zweite Meile mitzugehen oder sogar den Feinden zu vergeben.

Gerade das Thema Vergebung sei für viele Menschen eine große Herausforderung. Doch der Herr rufe dazu auf, immer wieder zu vergeben – nicht nur um des anderen willen, sondern weil Bitterkeit das eigene Herz verschließe und den Menschen daran hindere, Gottes Vergebung anzunehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt war die Verbindung von Liebe, Wahrheit und Freiheit. Christen seien berufen, den Mitmenschen um seiner selbst willen zu lieben und nicht wegen eines persönlichen Vorteils. Ebenso gehöre eine gesunde Selbstannahme dazu, also das Annehmen der eigenen Grenzen ebenso wie der eigenen Gaben.

Die höchste Liebe gelte jedoch Gott. Jesu Wort, Vater und Mutter oder sogar die eigenen Kinder nicht mehr zu lieben als ihn, bedeute nicht, dass Gott diese Liebe für sich benötige. Vielmehr helfe sie dem Menschen, aus der Bindung an das eigene Ego herauszutreten und wahre Liebe zu lernen.

Die Wallfahrt finde ihren Höhepunkt deshalb in der Eucharistie, erklärte der Bischof. Dort begegne den Gläubigen die hingebungsvolle Liebe Christi, aus der sie selbst befähigt würden, freier, großzügiger und hingabefähiger zu werden. Wahre Liebe sei keine Selbstinszenierung und kein kalkulierter Einsatz für das eigene Ansehen, sondern wachse gerade dadurch, dass sie verschenkt werde. „Wenn ich wirklich den anderen lerne um seinetwillen zu lieben, dann wird die Liebe mehr und nicht weniger“, sagte Bischof Dr. Stefan Oster. Dasselbe gelte für den Glauben: Wer ihn mit anderen teile, verliere nichts, sondern erfahre, dass Gottes Gnade wachse.

Zum Abschluss dankte der Bischof den Verantwortlichen der Männerwallfahrt, insbesondere Herrn Dr. Hans-Peter Eckerl sowie den Mitorganisatoren, für die Wahl des Themas und ihre Vorbereitung. Ziel des christlichen Lebens sei es, durch Christus zu Menschen zu werden, die lieben können.

Vor dem Schlusssegen segnete Bischof Stefan die Wallfahrtskreuze, die alle Männerpilger sowie die an der Gestaltung beteiligten Kinder und Jugendlichen erhielten.