Fatimatag

Mit Rosenkranz, Festgottesdienst und anschließender Andacht mit Lichterprozession wurde am Donnerstagabend, dem 13. August der vierte Fatimatag in der Wallfahrtskirche Mariahilf begangen. Hauptzelebrant und Festprediger war Dompropst, Stadtdekan und Stadtpfarrer Dr. Michael Bär, Konzelebrant Paulinerprior Pater Jakob.

Nach dem Rosenkranz begann in der Wallfahrtskirche Mariahilf um 19.00 Uhr der Gottesdienst. Prior Pater Jakob begrüßte die Gottesdienstbesucher und erinnerte an die Marienerscheinung von Fatima im August 1917. Weil die Erscheinung am 13. August wegen der Inhaftierung der drei Seherkinder in Ourem nicht stattfinden konnte, ist die Gottesmutter den Kindern am 19. August in Valinhos erschienen, erzählte Pater Jakob. Die Gottesmutter habe die Kinder gebeten, weiterhin täglich den Rosenkranz zu beten und für Oktober ein besonderes Zeichen angekündigt. Pater Jakob stellte dabei heraus, dass Gottes Wege nicht immer unseren Vorstellungen entsprächen und Maria den Menschen ein Vorbild des Glaubens, Vertrauens und der Hingabe sein könne.

In seiner Predigt stellte Domprobst Dr. Michael Bär die Wallfahrt von Mariahilf in die Reihe bedeutender Marienwallfahrtsorte. Anders als dort gehe die Wallfahrt in Mariahilf zwar nicht auf Marienerscheinungen, aber auf eine Vision des Marienverehrers und katholischen Reformers Marquard von Schwendi zurück. Deshalb habe dieser vor über 400 Jahren auf dem Schulerberg sein Marienbildkopie in einer kleinen hölzernen Kapelle zur öffentlichen Verehrung aufstellen lassen. Wegen des großen Andrangs der Gläubigen stiftet er die heutige Wallfahrtskirche Mariahilf und rief die Kapuziner zur Betreuung der Wallfahrer nach Passau. Als Schwendi 1634 starb, war alles bestens bereitet und Mariahilf ein Zentrum der Marienverehrung im Reich mit bald hundert Filialen. Auch prominente Persönlichkeiten wie Kaiser Leopold I. und seine Familie sowie der junge Wolfgang Amadeus Mozart besuchten das Gnadenbild. Und bis heute werde die Wallfahrt lebendig gehalten, stellte der Domprobst fest. „O Maria hilf!“ – mit diesem Vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter schloss der Festprediger seine Predigt.

Nach dem Gottesdienst dankte Pater Jakob dem Hauptzelebranten und Festprediger Dr. Michael Bär für seine geistlichen Impulse sowie allen Mitwirkenden, insbesondere der Organistin Frau Brigitte Fruth und der Bläsergruppe Mariahilf ob Passau unter der Leitung von Michael Beck für die musikalische Begleitung und Frau Elisabeth Drasch für den Lektorendienst.

Den Abschluss des Fatimatages bildete die traditionelle Andacht mit Lichterprozession, wobei  sich die Gläubigen mit brennenden Kerzen in die weltweite Gebetstradition zu Ehren der Gottesmutter einreihen konnten.