Erntedankfest

Am 4. Oktober wurde in der Wallfahrtskirche Mariahilf das Erntedankfest gefeiert. Den Gottesdienst um 10.00 Uhr zelebrierte Pater Zbigniew. Die festliche Dekoration der Wallfahrtskirche mit Gaben der heurigen Ernte, gestaltet von Bruder Christoph, machte den Charakter dieses Tages besonders sichtbar.

Zum festlichen Gottesdienst konnte Pater Zbigniew zahlreiche Gläubige begrüßen. In seiner Statio wies er darauf hin, dass die Kirche diesen 27. Sonntag im Jahreskreis zugleich als Erntedanksonntag begehe. Im Mittelpunkt dieses Gottesdienstes stehe der Dank für die diesjährige Ernte. Zugleich erinnerte er daran, dass es keineswegs selbstverständlich sei, jederzeit über ausreichend Lebensmittel verfügen zu können.

In seiner Predigt führte Pater Zbigniew diesen Gedanken weiter aus. Während in unserer Region Lebensmittel heute in großer Menge und zu vergleichsweise niedrigen Preisen erhältlich sind, sei die Situation für die Menschen in früheren Zeiten oftmals ganz anders gewesen. So solle der Erntedanksonntag als eine Einladung verstanden werden, Gott für die Gaben der Natur und für alles zu danken, was uns täglich als Nahrung geschenkt werde. Besonders stellte Pater Zbigniew die beiden einfachen Lebensmittel Brot und Wein heraus, die in der Eucharistie eine unvergleichliche Bedeutung erhalten, indem sie zu Leib und Blut Christi werden. Brot und Wein gehörten zu den grundlegenden Lebensmitteln, erklärte Pater Zbigniew. Während Brot den Menschen körperlich am Leben erhalte, symbolisiere der Wein die Liebe. Von diesem Gedanken ausgehend sprach Pater Zbigniew über die Berufung jedes Christen zur Mitarbeit im „Weinberg“ Gottes. Jeder Mensch sei entsprechend seiner persönlichen Berufung und seinen eigenen Fähigkeiten dazu gerufen, an der Weitergabe der Liebe Gottes mitzuwirken. Die Quelle jeder echten und wahren Liebe liege letztlich in Gott, dem Besitzer des Weinbergs. Zwar sei auch die menschliche Liebe von großer Bedeutung, doch stehe über all dieser menschlichen Liebe die bedingungslose Liebe Gottes, die niemand nehmen könne, außer sie werde vom Menschen nicht beachtet oder ganz abgelehnt. Als einen besonderen Ort, an dem man Gottes Liebe erfahren könne, nannte Pater Zbigniew den Beichtstuhl, wo Christus selbst bereit sei, seine Liebe neu zu schenken. Das Evangelium erinnere zugleich daran, dass die Weitergabe und Vermehrung dieser Liebe die persönliche Berufung jedes Christen sei. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten bezeichnete Pater Zbigniew als das vielleicht schwierigste, zugleich aber auch schönste Gebot Christi. Zum Abschluss seiner Predigt richtete Pater Zbigniew den Blick auf das Ende des menschlichen Lebens und das persönliche Gericht vor Gott. Er zeigte sich überzeugt, dass der Mensch dann vor allem danach gefragt werde, ob er geliebt habe: ob er Zeit und ein offenes Herz für Gott und für seine Mitmenschen gehabt habe. Ebenso wichtig sei es, sich selbst als von Gott geliebten Menschen anzunehmen. Denn das Gebot der Liebe umfasse das ganze Gesetz: „Und wer wirklich liebt, hat alles erfüllt.“

Nach dem Kommuniondankgebet verkündete Pater Zbigniew einige Vermeldungen. Im Hinblick auf den Marienmonat Oktober wies er besonders auf das gemeinsame Rosenkranzgebet vor dem Allerheiligsten Sakrament hin, das jeweils montags, mittwochs und freitags ab 18.25 Uhr stattfindet. Alle Gläubigen seien herzlich zum Mitbeten eingeladen. Anschließend segnete Pater Zbigniew den festlich gestalteten Erntedankaltar und erteilte den allgemeinen Segen. Mit einem Marienlied endete der festliche Erntedankgottesdienst in der Wallfahrtskirche Mariahilf.

Die musikalische Gestaltung lag in den Händen eines Kantors und Organisten, der den Gottesdienst mit passenden Kirchenliedern begleitete.